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Zweites Buch. Zweiter Abschnitt.
terialismns in der Betrachtung des Weltganzen nicht das letzte Wortsein kann.
III. Anthropologische Fragen.
Durch die ganze Geschichte des Materialismus geht der bestimmteZug, dass die kosmischen Fragen allmählig an Interesse verlieren,während die anthropologischen einen immer grösseren Eifer desStreites herbeiführen. Zwar kann es scheinen, dass diese anthro-pologische Richtung des Materialismus im vorigen Jahrhundert ihrenHöhepunkt erreicht habe; denn grade die grossartigen Entdeckungender Neuzeit auf den Gebieten der Chemie, der Physik, der Geologie,der Astronomie haben eine Reihe von Fragen hervorgerufen, zu wel-chen der Materialismus eine bestimmte Stellung einnehmen musste.Auf der andern Seite hat jedoch auch die Anthropologie die staunens-werthesten Fortschritte gemacht; freilich zumeist in solchen Gebieten,welche die Frage des Materialismus wenig berühren. Man hat dieKrankheitsgespenster beseitigt, das medicinische Pfaffenthum ein we-nig zu erschüttern begonnen und durch die vergleichende und expe-rimentirende Physiologie über die Funktionen der wichtigsten innerenOrgane — freilich mit Ausnahme des Gehirns — überraschende Auf-schlüsse erhalten. Namentlich ist das Nervensystem in seinerThätigkeit für uns kein solches Mysterium mehr, wie es noch fürdie Materialisten des vorigen Jahrhunderts war oder hätte sein müs-sen. Das Gehirn wurde zwar eben durch seinen Zusammenhang mitdem Nervensystem in einigen Beziehungen besser verstandeil als frü-her; es wurde mit riesigem Fleisse anatomisch durchforscht, gemes-sen, gewogen, analysirt, mikroskopisch betrachtet, in seinen Krank-heitsformen studirt, mit Thiergehirnen verglichen und an Thieren demExperiment unterworfen; allein über den physiologischen Zusammen-hang und die Wirkungsweise seiner Theile ist es noch nicht einmalgelungen, eine umfassende Hypothese aufzustellen; um so mehr wirdgefabelt; wobei denn freilich die Materialisten nicht zurückstehn.Ein Gebiet, welches ihnen bessere Ausbeute ergab, ist das desStoffwechsels, wie überhaupt die Anwendung von Physik undChemie' auf die Funktionen des lebenden Organismus. Hier unter-liegen zwar manche Resultate einer vermeintlich exakten Forschung,wie wir oben gesehn haben, noch einer stark reducirenden Kritik;