Die neueren Naturwissenschaften.
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den Thatsachen gegenüber nicht mehr zulässig ist, viele Anhängerfindet. Vogt stellt in seiner lebhaften Polemik die damalige Theorieund die Entdeckungen der Gegenwart so prägnant und übersichtlichzusammen, dass wir uns nicht versagen können, dies Bild trotzeiniger überflüssigen Witze hier einzufügen:
„Es sind kaum dreissig Jahre her, dass Cuvier sagte: Es giebtkeinen fossilen Affen und kann keinen geben; es giebt keinen fossi-len Menschen und kann keinen geben — und heute sprechen wirvon fossilen Affen wie von alten Bekannten und führen den fossilenMenschen nicht nur in die Schwemmgebilde, sondern sogar bis indie jüngsten Tertiärgebilde hinein, wenn auch einige Verstockte be-haupten mögen, Cuviers Ausspruch sei eine That des Genies undkönne nicht umgestossen werden. Es sind kaum zwanzig Jahre her,als ich bei Agassiz lernte: Uebergangsschichten, paläozoische Gebilde— Reich der Fische; es giebt keine Reptilien in dieser Zeit und konntekeine geben, weil es dem Schöpfungsplan zuwider gewesen wäre; —secundäre Gebilde— (Trias, Jura, Kreide) Reich der Reptilien; esgiebt keine Säugethiere und konnte keine geben, aus demselbenGrunde; — tertiäre Schichten — Reich der Säugethiere; es giebt keineMenschen und konnte keine geben; — heutige Schöpfung — Reich desMenschen. Wo ist heute dieser Schöpfungsplan mit seinen Ausschliess-lichkeiten hiugerathen? Reptilien in den devonischen Schichten, Repti-lien in der Kohle, Reptilien in der Dyas — lebe wohl, Reich der Fische!Säugethiere im Jura, Säugethiere im Purbeck-Kalk, den Einige zuruntersten Kreide rechnen, — auf Wiedersehen Reich der Reptilien!Menschen in den obersten Tertiärschichten, Menschen in den Schwemm-gebilden — ein ander Mal wiederkommen, Reich der Säugethiere!”
Es gehört in keiner Weise zu unsrer Aufgabe, hier das nochstreitige Vorkommen menschlicher Reste in den Tertiärschichten kri-tisch zu untersuchen, dagegen müssen wir constatiren, dass das Vor-kommen im Diluvium gegenwärtig über jeden Zweifel erhaben ist.Merkwürdig ist, dass schon im nächsten Jahre nach dem Todesjahr Cu-viers und Goethes ein Fund bekannt gemacht wurde, der allein genügthätte, die Theorie des ersterenzu stürzen, wenn nicht Autoritätssucht undblindes Vorurtheil weit verbreiteter wären, als schlichte Empfänglich-keit für den Eindruck der Thatsachen. Es ist dies der Fund desDr. Schmerling in den Knochenhöhlen von Engis und Engihoulbei Lüttich. Einige Jahre später begann Boucher de Perthesseine rastlosen Forschungen nach menschlichen Ueberresten in den