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Zweites Buch. Zweiter Abschnitt.
Diluvialgebilden, die erst nach langem Sueben durch die Entdeckun-gen im Thal der Somme belohnt wurden. Ein langer Streit brachteerst endlich diese Aufschlüsse zur Anerkennung, und von da an än-derte sich allmählig die Richtung der Forschung. Eine neue Reihehöchst interessanter Entdeckungen bei Aurignac, Lherm und imNeanderthal an der Düssei traf der Zeit nach zusammen mit demallmähligen Siege der Lyell’schen Ansicht über die Bildung derErdrinde und mit Darwins neuer Lehre von der Entstehung derArten. Mit der veränderten Ansicht der Fachmänner wurde auchmanche ältere Notiz hervorgezogen und mit den neueren Entdeckun-gen zusammengestellt. Das Gesammtresultat ist für jeden Unbefan-genen so weit klar, dass sich in der That menschliche Ueberrestefinden, deren Beschaffenheit und Lagerstätte beweist, dass unser Ge-schlecht schon mit jenen frühem Arten des Bären, der Hyäne undandrer Säugethiere zusammen bestanden hat, die man nach denHöhlen benennt, in welchen sich ihre Ueberreste zu finden pflegen.Es versteht sich von selbst, dass die Untersuchung damit nicht ab-geschlossen ist. Es giebt von vornherein keinen Grund anzunehmen,dass der Mensch ein geringeres Alter habe, als andre Thierarten,und da weitaus der grösste Th eil der Erde zu Nachsucliungen kaumje benutzt ist, und selbst in den durchforschtesten Ländern noch je-den Augenblick neue Entdeckungen möglich sind, so muss das Weitereeinfach offen bleiben. Wir können nicht leugnen, dass die Berech-nungen des Alters der Schichten, in welchen man jene Ueber-reste der Vorzeit gefunden hat, noch den Eindruck grosser Unsicher-heit machen. Es ist auch für den unparteiischen Beobachter hierkaum möglich, aus den abweichenden Meinungen der Fachmänner einkritisches Resultat zu ziehen, da man nicht ermessen kann, wie weitfalsche Voraussetzungen auf die Berechnungen Einfluss geübt haben.Im Allgemeinen suchen die Forscher ihre Resultate als blosse untersteGrenzen der Zeitdauer hinzustellen, gleich als ob es bescheidnerwäre, sich mit einer geringeren Zahl zu begnügen. Dagegen mages auch Vorkommen, dass der wissenschaftlich sinnlose aber immernoch einflussreiche Kampf gegen die biblischen Ueberlieferungen man-chen Jünger der Wissenschaft veranlasst, mit stillem Behagen die Zeit-perioden möglichst gross zu machen; gleich als ob in logischer undreligiöser Hinsicht der Gegensatz zwischen 6000 und 600000 bedeut-samer wäre, als der Gegensatz etwa zwischen 6000 und 60000.Erst wenn in dieser Beziehung eine grössere Unbefangenheit Platz