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Geschichte des Materialismus und Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart / von Friedrich Albert Lange
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Die neueren Naturwissenschaften.

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gegriffen liat, und wenn anderseits unsre Bemerkung zur Anerkennunggekommen ist, dass in all diesen Fragen in dubio die grössereZahl die wahrscheinlichere ist: erst dann werden auch solche Be-rechnungen, unterstützt von neuen Beobachtungen, einen grösserenWerth haben können. Der Umstand, dass es sich schon nach denbisherigen Entdeckungen um hunderttausende von Jahren handelnmag, ist für die Kritik des Materialismus ziemlich gleichgültig, undnur geschichtlich muss es erwähnt werden, dass das Markten umsolche Zahlen in dem materialistischen Streit ebenfalls seine Rollespielt.

Wichtiger würde es sein, wenn wir über die physische und psy-chische Beschaffenheit und über den Culturzustand jener ältesten Zeu-gen des menschlichen Geschlechtes Näheres anzugeben wüssten. Wirhaben nun allerdings für den Culturzustand einige unschätzbare An-haltspunkte; die Qualität der ursprünglichen Rasse dagegen unter-liegt noch mancherlei Zweifeln. Die wichtigsten Fundstätten ergebenuns nämlich eine grosse Zahl von Geräthschaften und andern Spurenmenschlicher Thätigkeit; dagegen sind die gefundenen menschlichenUeberreste bisher zu einem wissenschaftlich sichern Schluss kaumausreichend. In der Höhle von Lherm fand man die Menschenrestevermengt mit Knochen und Zähnen des Höhlenbären und der Höhlen-hyäne unter einer dicken Tropfsteinschicht. „Ausser den Menschen-resten fanden sich Zeugnisse seiner Industrie, ein dreieckiges Kiesel-steinmesser, ein Röhrenknochen des Höhlenbären, der zu einem schnei-denden Instrumente umgeformt ist, drei Unterkiefer des Höhlenbären,deren aufsteigender Ast mit einem Loche durchbohrt wurde, um sieaufhängen zu können und der Augenzinkeu eines Hirschgeweihes,der zugespitzt und am Grunde zugeschnitzt ist. Die merkwürdigstenWaffen aber bestehen aus zwanzig halben Kinnladen des Höhlen-bären, an welchen der aufsteigende Ast weggeschlagen und der Kör-per des Unterkiefers so weit zugeschnitzt wurde, dass er eine be-queme Handhabe bot. Der stark vorstehende Eckzahn bildete aufdiese Weise einen Zacken, der eben so als Waffe, wie als. Hackezum Aufreissen der Erde dienen konnte. Hätten wir nur ein einzigesdieser seltsamen Instrumente gefunden, sagen die Verfasser eines zuToulouse erschienenen Berichtes, die Herren Rames, Garrigou undFilhol, so könnte man uns ein werfen, dass es einem Zufalle seineEntstehung verdankte, wenn man aber zwanzig Kiefer findet, diealle in derselben Weise bearbeitet wurden, kann man dann auch