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Geschichte des Materialismus und Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart / von Friedrich Albert Lange
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417
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Die neueren Naturwissenschaften.

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unzweideutige Spureil des Feuers. Schon iu den ältesten Zeitenscheint der Diluvialmensch dies wichtigste aller menschlichen Hülfs-mittel gekannt und benützt zu haben. „Das Thier“, sagt Vogt,freut sich des Feuers, das zufällig entstanden ist und wärmt sichdaran; der Mensch sucht es zu erhalten, zu erzeugen und zu ver-schiedenen Zwecken sich dienstbar zu machen.“ In der That könnteein Ritter des absoluten Unterschiedes zwischen Mensch und Thierkeinen schöneren Satz finden, um noch den neuesten Entdeckungengegenüber seinen Standpunkt damit zu vertheidigen. Eben diesYoraussinnen, das Sorgen für ein späteres Bedürfniss ist es ja,was den Menschen Schritt für Schritt zur höheren Cultur geleitethat, und was wir sonach schon in einer so fernen Vorzeit charakte-ristisch finden. Trotzdem ist es bei ruhiger Ueberlegung selbstver-ständlich, dass wir von einem solchen absoluten Unterschiede nichtswissen und im Bereich der Wissenschaft nicht die leiseste Veran-lassung finden, dergleichen anzunehmen. Wir haben weder irgendeine Kenntniss von der ferneren Entwicklungsfähigkeit der Thierwelt,noch von den Stufen, durch welche der Mensch wandeln musste, biser dahin kam, das Feuer zu pflegen und seinen Zwecken dienstbarzu machen.

Mit äusserstem Scharfsinn hat man die Ergebnisse einiger Fund-stätten combinirt, um hier auf die Reste eines Kannibalenschmau-ses, dort auf Begräbnissceremonien zu schliessen. Wir über-gehen diese interessanten Versuche, um noch kurz der Schlüsse überdie Organisation des Diluvialmenschen zu gedenken, die man auf dieBeschaffenheit der gefundenen Skelettheile gegründet hat. Hier istnun leider zu berichten, dass es mit dem Material ziemlich traurigaussieht. Der Fund von Aurignac, vielleicht der interessantestevon allen, ist zu einem Denkmal der Unwissenheit eines Medicinersgeworden, welcher 17 diluviale Skelete verschiedenen Alters und Ge-schlechtes auf dem Kirchhof verscharren liess, wo man später, ver-muthlich durch Fanatismus veranlasst, den Ort der Beerdigung nichtmehr wissen wollte. Nach acht Jahren sollten sämmtliche dabeibeschäftigte Personen, samrnt Zuschauern, diese Stelle vergessen haben!Vielleicht wird man sich später einmal besser erinnern. Einstweilenwird nur behauptet, dass sämmtliche Skelete sehr kleiner Staturgewesen seien. Hier ist denn gleich zu bemerken, dass nach allenbisherigen Beobachtungen diejenige Rasse der Diluvialmenschen, welchedamals das mittlere Europa bewohnte, im Vergleich mit den jetzigen

Lange, Gesch. <1. Mat. 27