Die neueren Naturwissenschaften.
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Derselbe Schlag von Menschen, welcher ehemals am eifrigsten aufCuvier’s Dogma schwur, dass es keine fossilen Menschen gebe,schwört jetzt auf das Fehlen der Uebergangsstufen: das ewige Be-mühen, durch negative Sätze die Schrulle zu retten, welche mit po-sitiven Sätzen nicht zu befestigen ist! Man lasse es also ruhig dabeibewenden, dass auch das Diluvium uns bis jetzt nicht zu einem Zu-stande des Menschen führt, der sich von dem des Australnegerswesentlich unterscheidet.
Besser steht es mit den Zwischenstufen zwischen dem Diluvial-menschen und der historischen Zeit. Hier ist in den letzten Jahrenein Feld gewonnen worden, dessen eifriger Anbau uns eine vollstän-dige Vorgeschichte der Menschheit verspricht. Dahin gehören jeneviel besprochenen „Küchenabfälle“, uralte Anhäufungen entleerterAustern- und Muschelschalen, die sich au einigen KüstenstreckenDänemarks von unzweifelhaften Spuren menschlicher Thätigkeit be-gleitet gefunden haben. Dahin gehören namentlich auch die Pfahl-bauten der schweizerischen Seeen; ursprünglich wohl Zufluchts-stätten und Vorrathshäuser, später vielleicht gar Stapelplätze für denHandel der Uferbewohner. Diese höchst merkwürdigen Bauten wur-den schnell nacheinander in grosser Anzahl entdeckt, nachdem Dr.Keller die erste solche Fundstätte im Winter 1853 auf 1854 beiMeilen am Zürichsee erblickt und in ihrer Bedeutung erkannt undgewürdigt hatte. Mau unterscheidet gegenwärtig in den Gegenstän-den, welche man namentlich da in reicher Zahl findet, w r o die Pfahl-bauten Brandspuren tragen, drei verschiedne Zeitalter, von denendas jüngste, das eiserne, bis in die Gegenwart hineinreicht. Diefrüheren Zeitalter sind aber nicht, nach der Mythe der Alten dassilberne und das goldene, sondern sie führen uns in eine Zeit zurück,in welcher die Menschen nur Geräfhschaften aus Bronce besassen,und endlich in die Steinzeit, deren Aufdämmern wir schon bei denDiluvialmenschen gefunden haben. Vermuthlich war es aber eineendlos lange Dämmerung der Cultur, jene nach hunderttausenden vonJahren zählende Periode des Diluviums, während welcher der Menschsich von der mühsamen Benutzung eines fast rohen Feuersteinsplittersemporschwang bis zu der Fertigung zahlreicher und kunstvoller Ge-genstände aus Stein, Holz, Horn und Thon, ohne dass er irgend einsunsrer metallenen Instrumente gekannt hätte.
Merkwürdig ist auch noch, dass neuere Schädelstudien bewiesenhaben, wie zäh sich der Rassentypus erhält und wie langsam die. 27 *