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Zweites Buch. Zweiter Abschnitt.'
Bauern zu X, als ihr Seelenhirt ihnen stundenlang das Wesen derLocomotive erklärt hatte. Mit einem Pferde drin ist Alles klar,selbst wenn es ein etwas wunderbares Pferd sein sollte. Das Pferdselbst bedarf keiner Erklärung mehr.
Die Phrenologie nimmt einen Anlauf, um über den Standpunktdes Seelengespenstes hinauszukommen, allein sie endet damit, denganzen Schädel mit Gespenstern zu bevölkern. Sie fällt zurück aufden naiven Standpunkt, der sich'überhaupt nicht beruhigen will, wennin der kunstvollen Maschine unsres Körpers nicht noch ein Maschi-nist sitzt, der das Ganze leitet, ein Virtuos, der das Instrument spielt.Ein Mensch, der sein Leben lang eine Dampfmaschine angestauntund nichts davon begriffen, könnte vielleicht auch denken, im Cylin-der müsse wieder eine kleine Dampfmaschine stecken, welche dasAuf- und Niedergehen des Kolbens bewirkt.
War es nun aber der Mühe werth, die ganz unwissenschaftlichePhrenologie so ausführlich zu behandeln, um nichts zu gewinnen, alsein neues Beispiel des längst bekannten „unwiderstehlichen Hangeszur Personifikation“, der uns diese Schaar, thätiger Geistesvermögengeschaffen hat? Sei es auch, dass einige Vertreter des Materialismusdieser Ansicht näher getreten sind, als sie sollten, so hat sie dochwohl auf die ganze Entwicklung der neueren Nervenphysiologie wenigEinfluss gehabt.
Wohl! aber das Grundübel, weshalb es mit den Aufschlüssenüber das Verhältniss des Hirns zu den psychischen Funktionen nichtvom Fleck will, scheint uns einfach in demselben Grunde zu stecken,welcher auch der Phrenologie ihr Missgeschick mit auf den Weg gab;in der Personifikation abstrakter Vorstellungen an Stelleder einfachen Erfassung des Wirklichen, so weit es eben zufassen ist. Welcher Weg führt uns zum Gehirn? Die Nerven! Inijinen haben wir einen Theil jener verwickelten Massen gleichsamentwickelt vor uns. Wir können Uber die Nerven experimentiren,indem wir mit Sicherheit ein Einzelnes vor uns haben. In ihnenfinden wir Leitungen, elektrische Ströme, Wirkungen auf die Cou-traktion der Muskeln, auf die Absonderung der Drüsen; wir findenRückwirkungen auf die Centralorgane. Wir finden die eigenthümlicheErscheinung der Reflexbewegungen, die schon mehrfach mit einerviel versprechenden Wendung zum Besseren als das Grundelementaller psychischen Thätigkeit aufgefasst wurde. Wie sehr dabei diePersonifikation im Wege ist, oder wie schwer vielmehr aus den Ge-