Die neueren Naturwissenschaften.
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obwohl sie ganz und gar auf dem Princip der Personifikation über-lieferter Abstraktionen beruhen. Wir steigen damit zwar in das Ge-biet der Naturphilosophie zurück, ohne uns jedoch vom gegen-wärtigen Standpunkt der Wissenschaft weit zu entfernen, denn in derBehandlung des Gehirns ist man eben noch nicht weit über die Na-turphilosophie hinausgekommen.
Huschke lehrte schon in einer Dissertation aus dem Jahre 1821,dass den drei Wirbeln des Schädels auch drei Haupttheile des Ge-hirns entsprechen, und dass daher auch drei Grundkräfte des Geistesanzunehmen seien. Ein sonderbarer Causalzusammenhang, aber ganzin der Denkweise jener Zeit. Dem verlängerten Mark und dem klei-nen Gehirn wird das Wollen zugetheilt, dem Scheitelhirn das Ge-fühl, dem Stirnhirn das Denken. Natürlich spielt die „Polarität“eine Rolle dabei. Das kleine Gehirn ist dem grossen polar entgegen-gesetzt; jenes dient der Bewegung, dieses der Empfindung und demDenken; jenes hat aktive, dieses receptive Thätigkeit. In dieserBeziehung schliessen sich die Theile der Basis des Gehirns ganz andas grosse Gehirn an; dann aber entsteht innerhalb dieser Massewieder der polare Gegensatz. Als Beitrag zur Einsicht in die Ent-stehungsweise wissenschaftlicher Vorstellungen wird man immer mitInteresse sehen können, dass Huschke die berühmten Versuche vonFlourens, welche einige Jahre später erschienen, als einen experi-mentellen Beweis für seine Lehre betrachtete.
Carus stellte später eine ganz ähnliche Dreitheilung auf, wollteaber den ursprünglichen Sitz des Gemüthes ausschliesslich in denVierhügeln finden, während Huschke dafür auch die Sehhügel, diehinteren Lappen des grossen Hirns und andre Theile in Anspruchnimmt. Huschke scheinen die Vierhügel für eine so wichtige Funktion,wie die des Gemiithslebens, zu unbedeutend, zumal da sie in derEntwicklungsgeschichte des Menschen, wie in der aufsteigenden Thier-reihe, sichtbar an Bedeutung verlieren. Für Carus kann dieser Um-stand nicht störend sein, da er von der ursprünglichen Anlageausgeht und es für eine Absurdität erklärt, im ausgebildeten MenschenGemüth, Intelligenz und Willen so lokalisirt zu betrachten, „dass siegleichsam jede in einer der drei Hirnabtheilungen sich eingesperrtfänden.“ Etwas Andres soll es dagegen sein, „wenn wir von derersten Anlage dieser Gebilde handeln, wo Leitungsfasern noch garnicht, oder nur unvollkommen entwickelt sind, wo dann auch vonfeineren Niiancirungen des Seelenlebens überhaupt noch gar nicht die