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Die neueren Naturwissenschaften. 447
Wollen sind eben Namen. Wer will genau bezeichnen, was ihnenentspricht? Sollen wir Definitionen machen? Ein schwankendesElement! Sie taugen alle nichts; wenigstens zu exakten Vergleichennicht. Und woran knüpfen wir unsre Beobachtungen? Mit welchemMaasse messen wir? Bei diesem Tappen im Finstern ist nur daskindlich naive Vorurtheil sicher etwas zu finden, oder der seherischeSchwung des Metaphysikers. Der Verstand hat nur einen Weg. Erkann nur die positiven, bezeugten, gesehenen Handlungen der Thier-welt mit den Organen vergleichen. Er muss die Frage zurückführen,auf die Frage nach Bewegungsweisen und Bewegungsursachen.Dies ist ein Weg für die Zukunft; denn Männer wie Scheitlin,Brehrn und andre Freunde der Thierwelt können bei all ihren Ver-diensten kaum schon als erste Bahnbrecher betrachtet werden, fürdas, was wir haben müssten, um in solchen Vergleichen auch nureinigermassen sicher zu gehen.
Was soll man nun dazu sagen, wenn das grössere kleine Gehirnbei Vögeln und Säugethieren ihrem motorischen Charakter zuge-schrieben wird im Gegensatz zu dem mehr receptiven AVesen desMenschen ? Es ist klar, dass auf diesem Wege überhaupt nichts ge-wusst werden kann. — Ein Anatom bemerkt, dass beim Schaf dasvordere Paar der A r ierhügel gross ist, das hintere klein; beim Hundeumgekehrt. Dies bringt ihn auf den Gedanken, dass das vorderesensibel, das hintere motorisch sei. Kann eine solche Idee irgendetwas mehr leisten, als höchstens einen Fingerzeig für weitere For-schungen abgeben? Diese Forschungen dürfen aber nicht in derAnhäufung ähnlicher Beobachtungen mit gleich willkürlicher Deutungbestehen, sondern sie müssen auf ein beschränktes Gebiet übergehen,welches mit dem Experiment zu bewältigen ist. Vor allen Dingensind die allgemeinen psychologischen Schulbegriffe zu beseitigen!Wenn mir Jemand zeigt, dass eine leichte Verletzung irgend einesHirntheils bewirkt, dass eine sonst gesunde Katze das Mausen lässt,so will ich glauben, dass man auf dem richtigen Wege psychischerEntdeckungen ist. Ich werde aber auch dann .nicht annehmen, dassdamit der Punkt getroffen ist, in welchem die Abstellungen derMäusejagd ihren Sitz haben. AA r enn eine Uhr die Stunden falschschlägt, weil ein Rädchen verletzt ist, so folgt daraus noch nicht,dass dies Rädchen die Stunden schlug.
Wir können uns hier eine kleine logische Sektion eines Satzesvon Huschke nicht versagen. Man sehe nicht Kleinigkeitskrämerei