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Justus Byrg als Mathematiker und dessen Einleitung in seine Logarithmen / [Dr. Gieswald]
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Bevor der gründliche Unterricht folgt, sei es mir gestattet, die Verdienste Byrg'sals Geometer und Algebraiker, einmal insofern sie schon bekannt, dann aber anch, insofernsie bis jetzt nicht ganz gewürdigt, zusammenzustellen.

Jobst Burgi oder Justus Byrg war im Jahre 1552 zu Lichtensteig , einer kleinenStadt in der Schweiz , Kanton St. Gallen an der Thür geboren. Ob er die mathematischenKenntnisse, die ihn in spätern Jahren so rühmlich auszeichnen, in seiner Vaterstadt erworben, wisse»wir nicht; wir sehen ihn in spätern Jahren in Cassel am Hose des den Wissenschaften sehr erge-benen und namentlich nm die Astronomie hochverdienten Landgrafen von Heffen-Cassel Wilhelm IV.als Hofuhrmacher, Mechanikus und Gehilfen; 1604 verläßt er diese Stellung, geachtet undgeehrt von dem Fürsten, der ihn in einem Briefe an Tycho de Brahe (Epist. asfron. VraniburgiL. I. p. 21.) homo, qni quasi iudagine alter Archimedes nennt, und lebt als Kammeruhr»macher unter den Kaisern Matthias und Ferdinand II. längere Zeit, kehrt dann wieder nach Cas»sei zurück und stirbt daselbst im Jahre 1633. Ausführlicheres über das Leben Byrg's ist inDoppelmayr's:Von den Nürnberger» Mathematikern "*) zu finden.

Byrg als Geometer.

Byrg beschäftigte sich, wie viele seiner Zeitgenossen, mit der Constrnction mechanischer Instru-mente, veröffentlichte indeß seine Entdeckungen nicht weiter, weil er, wie Dr. Grebe in Cassel in der lite-rarischen Bemerkung, die er in GrunertS Archiv, Th. 16 p. 364 mittheilt, wohl ganz richtig an-nimmt, eine unbesiegbare Scheu vor schriftlicher Darstellung hatte. Er theilte die Erfindungen sei-nen Freunden mit, die sie, nachdem die von ihm gemachte Darstellung in ein besseres Sprachgewandgekleidet war, veröffentlichten. Einer seiner Freunde ist Levinius Hulsiuö,^) der im drittenTractate der mechanischen Instrumente,^) (von denen er ursprünglich 15 zu geben ge-dachte^) einen neuen Proportioualzirkel des Jobst Burgi beschrieb, der erst 1628 durch den Druck veröffent-licht wurde: Beschreibung vnd Vuterricht deß Jobst Burgi Proportional-Cirkels,

2) Doppelmayr. Von den Nürnbergern Mathematikern p. 163 f. Ein Exemplar dieses Buches be-findet sich in der Privatbibliothek des Herrn Stadtrath Uphagen in Danzig .

2) Levinius Hulsius scheint in dem Zeitraum von 1604 bis 1608 gestorben zu sein, denn 1604 erschiender erste Tractat der mechanischen Instrumente, den er selbst verlegte, 1608 erscheint ein Werk Ste-vins: Festung Bawung, verdeutscht durch Gothard Arthus in Danzig im Ver-lage seiner Wittwe. Bei Scheidet, der Michael Schesfelts. Unterricht vom Proportionalzirkel neuumarbeitete, ist in Bezug auf diese Tractate ein Fehler vorhanden, der durch die Verwechslung derJahreszahlen des ersten und dritten Tractates entstanden ist.

») Der erste Tractat der mechanischen Instrumente Levinii Hulsii führt den Titel: Gründ tl ich erAugenscheinlicher Bericht des newen Geometrischen Grundreißenden Instrumen-tes Planimetria genandt, mit seinem Inäuvtoriv. Frankfurt in Berlegung deßAnthorn 1604.ibid, pag 4 bis 6.

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