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sel passiren soll, für die zweckmäßigste hält. Als Grund für dieseAnsicht wird zuvörderst angegeben, daß sie den gewerbsteißigstenTheil Westpreußcns durchziehe, und auch einem großen TheilePommerns zu gute komme. — Alsdann, daß sie, gegenüber einerüber Landsberg und Bromberg nach Dirschau zn führenden Rich-tung, die Verbindung zwischen derj Hauptstadt und den entfern-testen großen Städten an der Weichsel und jenseits derselben um10 — 15 Meilen abkürze, ohne in so nachteiliger Weise, wie dieseletztere Richtung, längs schiffbaren Flüssen und Kanälen hinzulau-fen — und zuletzt, daß sie in Verbindung mit einer, von Stettin ,oder vielmehr Pomm. Stargard über Deutsch -Krone nach Posen zuführenden Querverbindung, die zweckmäßigste Verkettung der östli-chen Provinzen unter einander darstellen würde.
Wenn wir gleich im Allgemeinen mit dem Hrn. Verfasser je-ner Bemerkungen darin einverstanden sind, daß die von ihm befür-wortete Linie zwischen Landsbcrg und Dirschau, als Theil einerHauptverbindung zwischen der Hauptstadt und den östlichen Pro-vinzen des Staates große Vorzüge vor der Richtung von Pom-mcrsch Stargard über Konitz nach Dirschau habe, weil sie wenig-stens dazu beitragen könnte, die Hauptverbindungen unter den bor -gedachten Provinzen in einer geeigneteren Weise herzustellen, als jene,so sind im klebrigen doch die gegebenen Motive weder faktisch nochim Prinzip richtig und die daraus gefolgerten Vorzüge der ge-dachten Linie, gegenüber der Richtung einer Linie nach Landsberg über Bromberg nach Dirschau , bestehen eben so wenig auf demPrüfstein der Wahrheit. Dies zu erweisen, werden wir bemühtsein, für heute jedoch nur die Frage erörtern:
Ob es im wohlverstandenen Interesse des Landes vorzuziehensei, Eisenbahnen durch solche Gegenden zu führen, in welchen sichbereits ein, entweder aus der Fruchtbarkeit des Landstrichs, oderaus seiner allgemeinen günstigeren Lage hervorgegangener größerergewerblicher Verkehr befindet, oder durch Gegenden, in denen sieeinen solchen Verkehr erst hervorzurufen haben. Der Hr. Vers.weist zwar diese Erörterung von sich, wir müssen aber um so mehrbei derselben verweilen, als er selbst einerseits sich zu der ersterenAnsicht hinneigt, andrerseits aber diesem Grundsatz entgegen, dieLinie nicht über Vrombcrg geführt wissen will, weil längs dersel-ben bereits eine Wasserverbindung durch die Netze, den Kanal und