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Plaudereien : feuilletonistische Blätter / von Reinhold Rüegg
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Der älteste Bär hätten wir fast geschrieben Bundes-rath ist der St. Galler Onkel, immer noch munter, lebhaft unterden weißen Haaren, trotz allen Anfechtungen, die er erlitten.

Wisch ab, Lowise, wisch ab dein Gesicht,

Eine jede, jede Kugel die trifft ja nicht.

Den Gescheidtesten sendet natürlich, trotztieferen Differenzen",das weise Zürich.

Schlagen sie mit den Kolben drein,

Sind wir Pfiffig und treibens fein.

Aargau liefert den General und Luzern einen Knüsel.

Jeder Mensch hat seinen Stern,

Jeder Hofrath seinen;

Jeder Pudel seinen Kern,

Laßt auch mir den meinen.

Bern wird von der Aare, dem Bernerblatt und mehrerenPfarrern bewässert.

Es gab feinere Gesellschaft im Eisenbahnwageu. Er trugein Bündchen im Knopfloch, Sie war offenbar die Tochter eineskaiserlich-königlichen Staatshämorrhoidarius. Er war ein leut-seliger Herr. Bei welcher Gelegenheit er dekorirt worden, konnteich nicht herausbringen. Vielleicht war er das Individuum, vonwelchem Max Schlägel erzählt, daß es als Mitglied einer baye-rischen Deputation, die einer preußischen Prinzessin Glück zu ihrerguten Hoffnung wünschte, einen Orden bekommen hatte. Madamepeinigte mich eine Weile mit Fragen über die Schweiz, entschliefdann aber Plötzlich und ich dankte Gott für diese Gnade.

Freiburg! Wie es so freundlich und faul an der Sonne alleViere von sich streckt! Unmittelbar nach dem Sonderbundskriege,als die Tenne gefegt war, da nahm der Ort einen Anlauf, kon-zcntrirte dann aber eilig wieder rückwärts.