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Einst schwärmt ich für die RepublikUnd hab' in diesem Sinn toastet;
Jetzt aber bin ich viel zu dickDafür, ich bin zu sehr gemästet.
London macht auf den Fremden, der noch nicht die Pflastergroßer Städte abgelaufen, einen überwältigenden Eindruck, —keineswegs durch die Pracht und Mannigfaltigkeit seiner öffent-lichen Gebäude und Paläste, die Kohlenatmosphäre hat sie ja allegeschwärzt und Sinn für monumentale Schönheiten besitzt derEngländer nur in homöopathischer Verdünnung. Es tritt dießnamentlich bei den seinen berühmten Männern errichteten Statuenzu Tage. Gar Mancher dieser Herren würde, könnte er seinDenkmal sehen, bestürzt fragen, was er denn eigentlich verschul-det, daß man ihn in Stein und Erz verhöhne. Man sagt auch,die englischen Mütter bringen ihre ungeberdigen, heulenden Jun-gen augenblicklich zur Vernunft, wenn sie ihnen mit einem Denk-mal drohen. 8s »on s vsro s bsn trovato. . , .
Vor etwa dreißig Jahren starb in London nach herbem,entbehrungsvollem Leben, nachdem nur ein Zufall die unbarm-herzigen Gläubiger verhindert hatte, dem Sterbenden das Bettunterm Leibe wegzureißen, em Mann, dem sie jetzt wie üblichein Denkmal errichtet haben. Den Namen des Square's, woes steht, habe ich vergessen, aber vor seinem Monumente bin ichoft gestanden, und habe mir sein Bild in's Gedächtniß einzu-prägen gesucht. Des Mannes Schultern tragen keinen stolzenJupiterkopf, die Gestalt hat keinen Anspruch, den Fuß der Weltauf den Nacken setzen zu dürfen, im Gegentheil scheint sie derAusdruck jenes schlichten Heldcnthums zu sein, dessen Größe aufkeinem Schlachtfelde zu finden ist, und wenn die stummen Lippendie Sprache erlangten, würden sie vielleicht sagen:
Es ist in der Welt nach meinem SinnEin närrischer Schabernack. . .
Ob ich gerade so ein Mensch Wohl bin,
Wie das seine, vornehme Pack?