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Plaudereien : feuilletonistische Blätter / von Reinhold Rüegg
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Oder sein Frühlingslied, das mit dem Refrain abschließt:Besser gestorben, als alt auf der Welt". Recht frisch beginntein Liebeslied:

Grüß Gott, mein Liebchen und recht guten Morgen,

Grau ist der Tag, doch unser Auge licht.

Eine Sünde wäre es, der Strophen nicht zu erwähnen, zuwelchen ihn der Anblick desSchulhauses" begeisterte. Alskleiner Trotzkopf" die Sorte sei wohl noch nicht ausgestorben,meint Hood ist er dort aus- und eingegangen und kennt jedeEcke. . .

Die hohe Eisenstange hier,

Traf 'mal der Blitz, und unser BierVerdarb hab's nicht vergessen.

Oft, auch gar zu oft, wurden seine Verdienste mit der Fuchtelgelohnt; als kleiner Adam er vom Schmerzensbaum der Ge-lehrsamkeit und weinte über trockenen Büchern, bis die erlösendeGlocke schellte. Wo find die Kameraden, welche Schiffiein schnitztenund in Kreide modellirten?

Wo sind sie? Schau nur rings umher:

Der da Soldat geworden, derIm Maien hingegangen;

Jost freit schon um den zweiten Schatz,

Lux nagt am Hungertuch und Matz,

Der Witzbold ist gehangen.

Der fromme Wilm lehrt's A-B-CDen Wilden in der stillen See,

Und Hans ist längst begraben.

Dahin, dahin die alte Brüt,

Aufrückt die junge wilde Brüt,

Platz, ihr bemoosten Knaben!

Er sieht dem Spiel des jungen Volkes zu und sagt :

Da tummelt jeglich ErdenloosVerwaiste, arm und vaterlos,