Buch 
Beiträge zur physischen Geographie der Ostsee / von Carl Ackermann
Entstehung
Seite
54
JPEG-Download
 

54

II. Geologisches.

Strandseebildung.

Orther Rhede ebendaselbst, welche durch die alluviale HalbinselKrummsteert und durch eine von hier aus nach der Strukkamp-Huk gezogene Linie begrenzt wird, gehören in diese Kategorie 1 ).

3) Meerestheile, welche eine Modifikation von 1) darstellen, in-dem nicht-alluviale Inselkerne in den trennenden Streifen mit einge-schlossen sind. In dieser Beziehung verdient zunächst das Salz-haff an der mecklenburgischen Küste Erwähnung. Hier stellt dasLand Wustrow den Inselkern dar und der Isthmus zwischen Wustrow und Alt-Gaarz sowie der fingerförmige Kieler-Ort die Alluvionen.Nicht minder erwähnenswerth ist das Binnenwasser zwischen Rügen und Hiddens-Ö. Dasselbe wird fast nur durch alluviale Bildungenvom Meere geschieden, indem allein die kleinere Nordspitze vonHiddens-Ö, der schon häufiger genannte Dornbusch, nicht alluvialenUrsprungs ist, während sich alle anderen Landstreifen zwischenBinnenwasser und See als Strandbildungen erweisen und in dauern-der Vergrösserung sich befinden. So ist der Gellen, welcher sichvon dem Dornbusch aus nach Süden erstreckt, während des Zeit-raums 16341840 um ca. 978 m gewachsen, indess der alteBessin in derselben Zeit eine Zunahme von 677 m aufweist 2 ). Auchder 9 □Meilen grosse Greifswalder Bodden ist zu nennen, da hierausser dem alluvialen Rüden die aus fünf Inselkernen bestehendeRügensche Halbinsel Mönchgut eine Art Abschluss gegen die offeneSee hin bildet. Nicht unerwähnt darf ferner die 2,5 □Meilen grossenördliche Hälfte der westlichen Abtheilung des fünenschen Randge-wässers bleiben, da, wie bereits oben dargelegt wurde, die Halb-insel Knold und die Inseln Avernakö und Dreiö, welche (vgl. denersten Abschnitt dieser Arbeit) die Grenze zwischen nördlicher undsüdlicher Hälfte dieses Meerestheils bilden, Inselkerne besitzen.Schliesslich mögen noch das Binnenwasser bei Neustadt in Holsteinsowie der jetzt zu einer Bucht umgewandelte ehemalige Meereskanalzwischen dem Inselkerne von Hollnis und der Südküste der Flensburger Föhrde Erwähnung finden 3 ). Selbstverständlich gehört, ganz allge-mein betrachtet, nicht blos dieser eine ehemalige Meereskanal indiese Kategorie, sondern auch jeder andere, der nur auf einer Seitegeschlossen wurde, also z. B. das Hörup-Haff zwischen Kekenis unddem eigentlichen Alsen, das Gravensteiner Noor zwischen dem Haupt-

Messtischblätter: Sektionen Burg und Petersdorf.

2 ) Boll, die Insel Rügen. Schwerin. S. 159.

3 ) Messtischblätter: Sektionen Neustadt i. H., Süsel , Glücksburg .