Buch 
Beiträge zur physischen Geographie der Ostsee / von Carl Ackermann
Entstehung
Seite
55
JPEG-Download
 

II. Geologisches.

Umformungen eines Strandsees.

55

lande Aerö und der Halbinsel Marstal und das oben erwähnteSalzhaff .

4) Meerestheile, welche eine Modifikation von 2) darstellen, in-dem auch nicht-alluviale Partien in den betreffenden Halbinseln sichbefinden. Zu dieser Abtheilung gehören die Helnäs-Bucht der InselFünen und der Complex der Binnengewässer auf der NordseiteRügens (Kl. Jasmunder Bodden , Gr. Jasmunder Bodden , WiekerBodden). Hier stellen in dem Landstreifen, welcher diese Gewässervom Meere trennt, Schmale Heide, Schaabe und Bug die alluvialen,Jasmund, Gelmer Ort und Wittow die nicht-alluvialen Theile dar.

Stadium III.

Der Strandsee.

c. Die Umformungen eines Strandsees.

Auch dies Stadium ist gleich den beiden ersten kein dauernderZustand, vielmehr ein relativ sehr vergänglicher. Abgesehen vondem schon angedeuteten Umstande, dass der Strandsee zuweilenwieder in einen Zustand gelangt, welcher morphologisch dem StadiumII sehr ähnelt, sind Veränderungen möglich, welche, wie mannigfaltigauch ihre Ursachen sein mögen, doch nur zweierlei Art sein können: dieFläche des Strandsees erfährt eine Abnahme dies geschieht in denmeisten Fällen oder sie nimmt zu was höchst selten eintritt.

a) Abnahme eines Strandsees.

1. Durch Deltabildung.

Die Abnahme eines Strandsees hat ihre Ursache meistens instarken Anschwemmungen einmündender Flüsse (sog. Delta-Bildungen)und in Vertorfungsprozessen. Fast jeder Strandsee hat so mehroder minder grosse Strecken verloren.

Deltabildungen im morphologischen Sinne des Worts, d. h.Alluvialflächen, die von vielen sich verzweigenden Flussarmen durch-strömt werden, besitzen unter den Flüssen, welche in Strandseender Ostsee münden, nur Memel und Weichsel . Die in die Südosteckedes Rigaschen-Busens mündenden Flüsse, Kurische Aa, Düna , LivischeAa, haben einen ehemals vorhanden gewesenen Strandsee bereitsausgefüllt; denn die auf einer Specialkarte sich in diesem Gebietezeigenden Seen (weisse, Jägel-, Stint-, Babit- und Stohzen-See) liegennicht in dem eigentlichen Delta , sondern in Thälern von Dünenketten,die hier eine sehr bedeutende Ausdehnung besitzen. Ueber diese