Buch 
Beiträge zur physischen Geographie der Ostsee / von Carl Ackermann
Entstehung
Seite
65
JPEG-Download
 

II. Geologisches.

Umformungen eines Strandsees.

65

(in seinem westlichen Theile Binnenwasser von Nästved , im östlichendagegegen Dybsö-Fjord genannt), steht mit dem Meere durch dreiTiefs in Verbindung und zwischen dem mittleren und dem östlichenliegt die anscheinend nicht-alluviale Insel Dybsö, während sichzwischen dem mittleren und westlichen Gatt die Insel Enö befindet,die, nach der Karte zu urtheilen, neben alluvialen Partien aus dreiInselkernen, dem eigentlichen Enö und zwei untergeordneten Kernen,zusammengesetzt ist. An der Ostküste Seelands und zwar in derFaxö-Bucht befindet sich nur ein solcher Strandsee, die Prästö-Föhrde, welche durch die Halbinsel Fedet an der Seeseite begrenztwird. Fedets Bau aber legt die Vermuthung sehr nahe, dass manes mit einer landfest gewordenen Insel zu thun habe, da hier einecompakte Landmasse nur durch einen sehr schmalen Landstrich mitSeeland zusammenhängt.

Auch auf der Insel Möen befindet sich eine hierher gehörigeBildung. Das Stege-Nor, der grösste unter den Strandseen Möens,steht nämlich durch eine lange, wenn auch schmale Niederung(Frenderup- und Röddinger - Moor genannt) mit der WestküsteMöens in Verbindung und scheidet auf diese Weise einen nicht un-beträchtlichen Inselkern von dem Hauptlande. Erwägt man ausser-dem das Vorkommen der vielen bereits erwähnten Torfmoore aufdieser Insel, so erkennt man leicht, eine wie zerrissene Gestaltdieselbe ehemals gehabt haben muss und findet es sehr erklärlich,wenn eine Sage behauptet, Möen habe früher aus sieben Inselnbestanden.

Die Zahl grösserer Strandseen der zweiten Abtheilung (alsoderjenigen, die nur durch alluviale Bildungen vom Meere getrenntsind) ist eine weit bedeutendere. An der schleswigschen Küstewerden zunächst angetroffen 1 ): der Heilsminder See, welcher dieGrenze zwischen Jütland und Deutschland bildet; der HadersiebenerDamm im Südwesten der Hadersiebener Föhrde; der Bankeidamm;der südlich vom Warnitz-Höved gelegene Skov-See; der Miang-See,die ehemalige landinnerste beckenförmige Erweiterung der Augusten-burger Föhrde ; der Hart-See auf der Südseite der AlsenschenHalbinsel Kekenis; der Schwansener Binnensee und die grösserenvon der Eckernförder Bucht abgetrennten Seen (HemmelmarkerSee, Goos-See und Windebyer Noor).

*) Messtischblätter: Sektionen Aller, Hadersleben , Aarö, Warnitz , Augusten-burg, Kekenis, Schönhagen, Eckernförde .

5