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XI. Geologisches.
Umformungen eines Strandsees.
Nicht völlig so zahlreich sind diese grösseren Strandseen ander holsteinschen und mecklenburgischen Küste 1 ). Man findet hierbei Hohwacht den Sehlendorfer Binnensee in einer Niederung, dieausserdem den Fuhlsee enthält und in einem Arme tief landein-wärts dringt; an der Westküste Fehmarns wird der Fastenkamp-See angetroffen und an der Nordküste derselben Insel in einergemeinsamen Niederung der Salzen-See, der nördliche Binnenseeund die Blankenwisch; ausserdem verdienen noch der HemmeldorferSee, der Dassower Binnensee, der Faule See auf der Insel Poel ,der Mühlenteich bei der Stadt Wismar und der Rieden an derNordspitze der Halbinsel Buk Erwähnung.
Eine sehr grosse Verbreitung gewinnen diese Gewässer an derKüstenstrecke von der Divenow bis Rixhöft und zwar unterscheidetman hier, abgesehen von dem Zarnowitzer See und den Strandseenzwischen Divenow und Colberger Ufer, drei grosse Seen-Complexein ebensovielen Strandmooren gelegen. Das westlichste dieserMoore befindet sich zwischen dem Colberger Ufer und dem Vor-gebirge Jershöft und enthält den Jamundschen, den Bukowschen undden Vittersee; das zweite bei weitem kleinere liegt zwischen Jershöftund dem hohen Ufer bei Stolpmünde und schliesst einen grösserenSee, den Vietzker oder Vietziger See und drei kleinere, den Hinter-,den Muddel- und den Schwarzen See ein; das dritte und weitausgrösste befindet sich zwischen dem hohen Stolpmünder Lande undder hohen Lübtower Düne und enthält neben dem grössten allerhinterpommerschen Haffe, dem Leba-See, den gleichfalls nicht un-beträchtlichen Gardeschen See, den Sarbsker See und mehrerekleine Wasserbecken. Jedoch ist, da Messtischblätter der Königl.Preussischen Landesaufnahme über diese Küstenstrecken nicht vor-liegen und Seekarten die Erkenntniss der Küstenstriche nicht übereine gewisse Grenze landeinwärts gestatten, die Möglichkeit zuzu-geben, dass die hohen Uferpartien bei Stolpmünde und Jershöftnur Inselkerne, aber kein festes Land im engsten Sinne darstellen.In diesem Falle würden die Grössenverhältnisse der erwähnten dreihinterpommerschen Strandmoore eine ganz bedeutende Veränderungerfahren, ja die Zahl derselben würde auf zwei, resp. sogar auf einsverringert werden.