82 I« Geologisches. — Zerstörung der Alluvionen.
warder und die Insel Graswarder erhaltene Reste eines zerstörtenStrandes sind; denn dass der Binnensee ehemaliges Land bedeckt,geht daraus hervor, dass man beim Reinigen des Hafens im SchlammEichen, Nüsse u. s. w. gefunden hat 1 ). Durch einen Fluss könnendieselben nicht hinabgeschwemmt sein, weil weit und breit nichteinmal ein Bach, sondern höchstens einige Gräben hineinführen.Sehr wahrscheinlich hat daher, nach der Analogie anderer Vor-kommnisse am Ostseegestade zu schliessen, hier früher eine Depres-sion bestanden, deren Pflanzen beim Einbrüche des Meeres zuGrunde gingen.
Ebenso scheint der Barsbecker See an dem Westende der ander Nordküste der Probstei gelegenen Salzwiesen früher ein Strand-see gewesen zu sein; denselben Eindruck machen das GeltingerNoor, der Löhrsdorfer Binnensee an der Ostküste des OldenburgerLandes, sowie ein Gewässer westlich von Grossenbrode und einsolches westlich von der Grossenbroder Fähre, welche Oertlich-keiten beide an der Nordküste desselben Landes liegen. Dass abervielleicht auch manche morphologisch dem zweiten Stadium der ab-dämmenden Meeresthätigkeit ähnelnde Bildungen in genetischer Be-ziehung als zerstörte Strandseen aufzufassen sind, ist oben betreffen-den Orts erwähnt worden.
Liegt dagegen ein Torfmoor landeinwärts vom Strande , sowerden die dem Meere zunächst befindlichen Torfpartien in denoberen Schichten weggeschwemmt werden, in den tieferen dagegenbei nur einigermassen bedeutender Mächtigkeit der Torfablagerungenerhalten bleiben. Diese tieferen Lagen werden nur mit Sand be-deckt, ziehen sich dann oft auf weite Strecken unter dem Meeres-boden seewärts und verrathen ihre Gegenwart nur bei heftig be-wegter See, wo die Wellen die über dem Torfe liegende Sandschichtaufwühlen und abgerissene Torfstücke ans Ufer spülen.
Dies ist z. B. der Fall mit dem Torfmoore bei Müritz in derRibnitzer Heide *), das in Folge der schon zu weit vorgeschrittenenZerstörung des hohen Ufers der Rostocker Heide und des diluvialenInselkerns des Fischlandes sich auch seinerseits in Abbruch durchdie Wellen befindet. Auch das Strandmoor, welches an der Süd-küste des „Hohe Möen” genannten östlichen Theiles der Insel Möen
*) v. Maack, a. a. O. S. 30.s ) Boll, a. a. O. S. 229.