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Beiträge zur physischen Geographie der Ostsee / von Carl Ackermann
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II. Geologisches.

Ehemalige Nordgrenze der Ostsee .

des heutigen Schonens keine marinen diluvialen Ablagerungen findet,und zweitens spricht der schon erwähnte thiergeographische GrundNilssons dafür. Es bestand mithin eine Meerenge zwischen dieserHalbinsel und dem übrigen Schweden , welches in den bergigenPartien von Wermland, Westermannland, Dalekarlien, Gestrikslandund Helsingland die Nordufer der Enge bildete. Vielleicht war dieseLandzunge auch wieder durch einen engen Kanal, der sich von derheutigen Skelder-Wiek (nördlich vom Vorgebirge Kullen) über denFinjasee bis Christianstad erstreckte, in zwei Theile geschieden.Wenigstens deuten die marinen diluvialen Ablagerungen darauf hin.

Die Höhenlinie der marinen diluvialen Ablagerungen verläuftnördlich von der erwähnten Meerenge ziemlich gleichmässig in derHöhe von 160180 m, während auf der ehemaligen Halbinsel süd-lich dieses früheren Kanals dieselbe einen äusserst unregelmässigenVerlauf nimmt. In Westergotland zwischen Alingsäs und Herrljungaerreicht sie nämlich nur 130 m, dagegen in der oberen Partie derThäler der Wiska und Ätra ca. 220 m. An beiden Seiten desGebirges von Falbygd, welches ehemals einen von Süden her weitin den Kanal hineinragenden Vorsprung bildete, steigt sie nur bis150 m, während in den nahe dem Wettersee gelegenen Punkten, wiebei Jönköping , Grenna, Ekesjö, diese Ablagerungen in Meereshöhenvon 220 bis 250 m angetroffen worden sind. Weit geringere Höhen-lagen haben die südlicheren Punkte sowohl an der West- wie ander Ostküste des heutigen Südschwedens und die Meereshöhe dermarinen diluvialen Ablagerungen nimmt um so mehr ab, je mehrman sich dem Südende Schwedens nähert. Bei Christianstad undMalmö beträgt sie kaum 30 m, und an der Südküste Schonenswerden, wie schon erwähnt, diese Ablagerungen völlig vermisst.

Nicht minder bedeutend sind die Niveauveränderungen an derKüste Nordschwedens gewesen, doch zeigt sich auch hier an deneinzelnen Punkten eine bedeutende Differenz in der Meereshöhe derfraglichen Ablagerungen. Man findet z. B. im Westen des Gesund-Sees im Indals-Elf-Thale dieselben in einer Höhe von 220250 m,während sie bei Ljusdal und Färila im Thale der Ljusne-Elf nur ineiner solchen von 160 m angetroffen werden. Die bedeutendsteMeereshöhe jedoch, die bis jetzt überhaupt bei diesen marinen dilu-vialen Ablagerungen beobachtet wurde, findet man bei Wiken imThale der Herje-A und bei Quikjok in Nordbottnien, an welchenPunkten Höhen von 320410 m erreicht werden.