118 II. Geologisches. — Landvertheilung am Ende der Tertiär-Periode.
noch fort und ist daher der Uebergang zwischen Diluvial- undAlluvialzeit in Schweden ein sehr allmähliger. Es ist dort häufigschwer, gehobene alluviale Bildungen von den allerjüngst gehobenendiluvialen Ablagerungen scharf zu trennen 1 ).
C. Die Landvertheilung am Endeder Tertiär-Periode.
Wie man sieht, stellen sich den Bestrebungen, das Areal derOstsee während der Diluvialzeit zu bestimmen, sehr grosse Schwierig-keiten entgegen und nicht immer ist es möglich, sichere Resultatezu gewinnen. Noch ungünstiger gestaltet sich die Sache, sobaldman in noch frühere Erdepochen zurückgeht, denn in diesem Fallekann man sich noch viel weniger auf die wirklich bestehenden Ablage-rungen stützen, sondern muss nebenbei mehr und mehr mit einemandern Faktor rechnen, der Erosion. Dieselbe hat anscheinendhäufiger manche früher vorhanden gewesene Schichten völlig zer-stört und namentlich dürfte dies dann anzunehmen sein, wenn manvon der Gletschertheorie ausgeht, denn ein Gletscher übt bekannt-lich auf seine Unterlage, zumal wenn dieselbe aus weichen Gesteins-massen besteht, nicht uAerhebliche Zerstörungen aus. Nichtsdesto-weniger muss der Versuch gemacht werden, zu ermitteln, welchenUmfang die Ostsee vor Beginn der Diluvial-Periode gehabt habe,und aus diesem Grunde ist es nöthig,- zu betrachten, von welchenFormationen das Diluvium in den verschiedenen Küstenländernder Ostsee unmittelbar unterlagert wird.
In den Küstenländern der westlichen Ostsee und selbst theil-weise in den angrenzenden östlichen Distrikten lagert das Diluviumoft unmittelbar auf der Kreide. Die westliche Grenze dieser For-mation wird, soviel bis jetzt bekannt zu sein scheint, durch Helgo-land, Itzehoe und Lüneburg repräsentirt; die südliche Grenze wirdbezeichnet durch Vipperow an der Müritz und Potzlow in der Uker-mark und die östliche durch Oertlichkeiten zwischen Wohin undGülzow in Pommern , durch solche zwischen Stampen und Arnagerauf Bornholm 2 ) und durch Vorkommnisse in der schwedischen Land-
*) Erdmann, a. a. O. S. 13.
*) v. Seebach, Beiträge zur Geologie der Insel Bomholm (Zeitschrift derdeutschen geol. Gesellschaft. 1865.)