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Beiträge zur physischen Geographie der Ostsee / von Carl Ackermann
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119
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II. Geologisches. Landvertheilung am Ende der Tertiär-Periode. 119

schaft Schonen 1 ). In manchen Gegenden Mecklenburgs überlagernfreilich oligocäne tertiäre Bildungen die Kreide, jedoch fehlen siein den nördlichen Partien dieses Landes, so dass also hier direktauf die Kreide das Diluvium folgt 2 ). Auf den dänischen Inseln, inHolstein und in Jütland ist die Kreideformation überall verbreitet.Man darf daher wol annehmen, dass bis zur angegebenen östlichenKreidegrenze sich gegen Ende der Tertiär-Periode ein Land anStelle des heutigen Meeres befunden habe.

Jura-Ablagerungen werden gleichfalls in Pommern und Bornholm ,sowie in Schonen angetroffen und zwar anscheinend nur östlich vonden Kreideablagerungen. Desgleichen scheinen sich die das Dilu-vium unterlagernden oligocänen Gebilde Preussens wenigstens bis indie Nähe Bornholms zu erstrecken, weil daselbst häufig Anschwem-mungen von Braunkohlen und Bernstein Vorkommen. Bornholm bildet also einen merkwürdigen Vereinigungspunkt verschiedenerFormationen,

Ausser den genannten sedimentären Gebilden scheinen auch diesilurischen Gesteine ehemals weite Flächen der jetzigen Ostsee aus-gefüllt zu haben. Hierfür dürfte der Umstand sprechen, dass diesilurische P'ormation in Ingermanland und Esthland, auf den Inselnder esthländisch-livländischen Gruppe, auf Gotland und Oeland , sowiewestlich des Calmar-Sundes auf der skandinavischen Halbinsel sich

findet. Ferner muss sich einst ein silurisches Festland zwischen©

Gefle und den Alandsinseln erstreckt haben, da man dessen Trümmerzwischen Gefle und Stockholm nachzuweisen vermag 3 ).

Dass auch die azoischen Bildungen anscheinend ehemals einegrössere Verbreitung hatten und den bottnischen Busen ausfüllten,wurde bereits erwähnt. Desgleichen hat wahrscheinlich vor demBeginn des diluvialen Zeitalters ein finnischer Busen nicht existirt.Auf der schon erwähnten Insel Hochland findet man nämlich dieUrgesteine Finnlands , und dass auch die silurischen AblagerungenEsthlands sich ehemals weiter nordwärts über Theile des finnischen Busens ausdehnten, beweisen theils manche silurische Inseln des-selben wie Lavensaari, theils das Steilufer des sich nahe der esth-ländischen Nordküste hinziehenden Glints, welcher einen zerstörtenMuldenrand darstellt. Auch manche Flächen der südlichen inneren

*) Girard, die norddeutsche Tiefebene zwischen Elbe und Weichsel. S. 55.*) Geinitz, a. a. O. S. 292.

8 ) Erdmann, a. a. O, S. 23.