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Beiträge zur physischen Geographie der Ostsee / von Carl Ackermann
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124
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124 II. Geologisches. Niveauschwankungen beim Kurischen Haff.

bung der Flensburger Föhrde, da hier zwei Mühlenteiche genau inder südlichen Verlängerung der Föhrde liegen und da ein Thal,welches im nordwestlichen Winkel der letzteren mündet, mehrereTeiche, nämlich den Mühlenteich der Kupfermühle (4 m), den Teichvon Brusau (8 m) und den Teich von Niehuus (12,2 m) enthält.Desgleichen gehören der Schlossteich und der Mühlenteich beiGlücksburg hierher, aus welchen die Schwen-Au zum Flensburger Busen strömt,

Schlisslich mögen noch Erwähnung finden, der Norburger Seeauf Alsen , welcher in dem Flussthale gelegen ist, das in der Näheder See in einem Strandmoor endet, in welchem sich der Hop-Seebefindet, und die Seen zwischen Windeby -Noor und Gr. Breite derSchlei (Gr. und Kl. Schnaaper-See und Bült-See), v. Maack 1 ) be-hauptet sogar, dass diese Strecke früher, und zwar noch in histo-rischen Zeiten, eine Meerenge gewesen sei, welche die schleswigscheLandschaft Schwansen zu einer Insel gemacht habe, und begründetdies mit dem Namen jener Landschaft, welcher dänisch Svansöeheisst (Oe bedeutet Insel). Indessen nehmen, wie man sich beimBetrachten einer guten Spezialkarte leicht überzeugen kann, dieseSeen zwar einen ziemlich bedeutenden Theil jener Strecke ein>sind aber durch höher aufgeworfene Ränder deutlich von einandergetrennt, so dass der Gedanke an jene Meerenge völlig aufgegebenwerden muss.

Die Senkung, welche in der Alluvialzeit die westliche Ostseeschuf, währt allem Anscheine nach noch heute an den KüstenSchonens und Schleswig-Holsteins , sei es nun, dass sie ohne Unter-brechung angehalten hat oder durch eine Periode der Ruhe unter-brochen worden ist. Die dänischen Inseln haben dagegen zum Theileine unbedeutende Hebung erfahren, welche die Spuren der Senkungjedoch nicht hat verwischen können. Eine lokale Hebung istwenigstens wahrscheinlich für die Gegenden mit Deltabildungen.

e. Oscillirende Niveausclnvankungen in (1er Umgebung desKurischen liaft's.

In der östlichen Ostsee bieten die Küsten der Provinzen Ost- undWest-Preussen das Schauspiel einer oscillirenden säkularen Bewegung,indem Hebungen und Senkungen wiederholt mit einander abgewechselt

*) v. Maack, a. a. O. S. 27 .