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Beiträge zur physischen Geographie der Ostsee / von Carl Ackermann
Entstehung
Seite
129
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II. Geologisches.

Schlussergebnisse.

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Entstehung und Entwickelung der Ostsee auf Grund derDrifttlieorie.

Ende der Tertiärzeit: An Stelle der heutigen Ostsee befindetsich Festland.

Diluvial-Periode.

Erste Hälfte: Das Land sinkt und zwar in solchem Masse,dass ein Meer mit Ausnahme der höchsten Gebirgspartiendas gesammte Gebiet bedeckt, in welchem heute die dilu-vialen Ablagerungen angetroffen werden.

Zweite Hälfte: Der diluviale Meeresboden taucht empor undlässt die Ostsee noch weiter als bis in ihre heutigen Grenzenzurückweichen, indem sie ausser der heutigen westlichenOstsee und dem Meere zwischen Schonen und Rügen auchnoch den Raum zwischen der Küste der östlichen Ostsee und den dortigen küstennahen Inseln und Inselkernen land-erfüllt macht. Längere Zeit erhält sich noch eine Meeres-strasse vom Weissen Meere bis zum Skager-Rak, in denheutigen Ebenen der grossen russischen und schwedischenSeen noch erkennbar, dann wird auch sie landerftillt.

In Mittelschweden wird diese Hebung durch eine Senkungunterbrochen, wie der Lyellsche Fund schliessen lässt.

Die Ostsee ist während längerer Zeit ein Landsee.

Prähistorische Alluvial-Periode.

Erste Hälfte.

I. Durch Senkungen werden geschaffen:

a. die westliche Ostsee mit den dänischen Inseln,den küstennahen Inseln, resp. Inselkernen, denweiten, bezw. den jetzt zu Strandseen umgeformtenMeerbusen, und den engen Föhrden und Meeres-kanälen. Die Ostsee wird aus einem Landsee zueinem Binnenmeere umgewandelt;

b. das Meer zwischen Rügen und Schonen mitanalogen Erscheinungen;

c. die küstennahen Inseln, resp. Inselkerne undweiten, jetzt theilweise zu Strandseen umgestaltetenBusen der östlichen Ostsee und vielleicht eineDepression, welche in Folge Durchbruchs derWellen zum Kurischen Haff umgebildet wurde.

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