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II. Geologisches.
Schlussergebnisse.
erklären, weil innerhalb der Nehrung sich mehrere, früher erwähnteInselkerne befinden und auch der nördliche Theil der Nehrung, demdieselben fehlen, jene Bänke grün verkitteten Sandes enthält, dieja vielleicht als Wirkungen des Wellenschlages aufzufassen sind.Mit Rücksicht auf das Memeldelta ist jedoch der Gedanke an einesäkulare Hebung sehr nahe gelegt, und das Kurische Haff wäre indiesem Falle erst innerhalb des zwischen beiden Senkungen liegendenZeitraums zum Strandsee ausgebildet worden. Jedenfalls war es amEnde dieses Zeitraums bedeutend kleiner als jetzt, da die nach-folgende, bis in die neueste Zeit währende Senkung das Haff-Arealauf Kosten des Landes vergrössern musste. So kann man z. B.einen ehemaligen Uferrand in einem Steilabfalle des Haffbodensnachweisen, welcher sich vom jetzigen östlichen Uferrande ca.370 bis 750 m entfernt von Memel aus an der Windenburger Eckevorüber quer durch den Mündungsbusen des Russstroms hindurchweiter nach Süden fortzieht und von ca. 1 m Tiefe plötzlich auf3 bis 3,5 m abfällt.
Sehlussergelmisse.
Aus allen diesen Betrachtungen ergiebt sich zur Genüge dieThatsache, dass man jetzt noch nicht in der Lage ist, Genaueresüber die Entstehung der Ostsee anzugeben, wenn auch in allgemeinerBeziehung schon ziemlich sichere Daten vorliegen. Erst wennvöllige Klarheit hinsichtlich der Frage, ob Gletscher- oder Drift-theorie, herrscht und in Folge davon alle diluvialen Erscheinungenvöllig befriedigend erklärt werden können, und wenn ausserdemnoch weit eingehendere geologische Durchforschungen der Ostsee-länder stattgefunden haben, lassen sich engere Grenzen ziehen, innerhalbderen der Umfang der Ostsee während der einzelnen Diluvial-Epochenzu suchen ist, während derselbe zur Zeit nur in allgemeinen Um-rissen anzugeben ist. Wie wesentlich die Frage, ob Gletscher-oder ob Drifttheorie, auf den eventuellen Umfang der Ostsee inner-halb verschiedener Zeiten bestimmend wirkt, werden die folgendenUebersichten darzulegen versuchen.