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Beiträge zur physischen Geographie der Ostsee / von Carl Ackermann
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III. Physikalisches.

Strömungsverhältnisse.

Oe. L. Greenw., also im äussersten Norden der bottnischen Wiek ge-legenen Insel Malörn eine intensive Strömung geltend. Dieselbehat in dem Meere zwischen Malörn und dem an der finnischen Seite gelegenen Ijo-Ulkogrunni eine Richtung nach SW, jedoch be-reits auf der Höhe zwischen Piteä auf der schwedischen undCarlo auf der finnischen Seite geht sie nach SWgS und in demWasserstreifen zwischen dem schwedischen Cap Bjurö-Klubb unddem finnischen Vorgebirge Kalojoki-Ulkokallen hat sie sich nochmehr gedreht und eine Richtung nach SSW eingeschlagen. Jetzttritt aufs neue die frühere SW-Richtung auf und in dieser, resp.auch zeitweise in SSW-Richtung läuft der Strom weiter und östlichsowie westlich am West-Quark vorüber in die bottnische See.

Ausser dieser Hauptströmung der bottnischen Wiek findet manin dem südlichen Theile dieser Meeresabtheilung noch einen anderenkeineswegs unbeträchtlichen Strom. Derselbe entsteht in der Buchtvon Jacobstad in P'innland, fliesst durch die finnische Inselgruppeder Michel-Skären und Walsörarne nach SW und vereinigt sich inder Strasse zwischen Ost- und West-Quark mit der oben erwähntenHauptströmung.

Im Norden der bottnischen See beginnt bei der weit vorge-schobenen Gruppe der Nordskären eine Theilung des vereinigtenStromes. Zunächst sondert sich ein westlicher Seitenzweig rechtsab und nimmt seinen Lauf an Schwedens Küste entlang bis zu denUlf-Inseln (Ulföarne), wo er so an Stärke verliert, dass er südlichdavon nicht mehr nachweisbar ist.

Die Haupströmung der bottnischen See liegt dagegen weitnäher der finnischen als der schwedischen Küste. Sie geht zunächstvon den Nordskären aus in südöstlicher Richtung nach der Gruppevon Wargö-Gaddarne und strömt von hier aus zuerst nach Südenbis zur Höhe von der finnischen Stadt Björneborg. Hier tritt aufsneue eine Richtungsänderung ein und zwar nach SW, bis dannspäter unter der Breite der Stadt Raumö sich der Strom nachWSW wendet. Diese Richtung bleibt unverändert bis zum Archipeledes Süd-Quark, wo eine dritte Strömung des bottnischen Meeres indie Hauptströmung einmündet.

Diese dritte Strömung wird zuerst wahrnehmbar auf der Höhevon Hudiksvall , geht zunächst 34 deutsche Meilen SEgS unddann in südlicher Richtung zum Süd-Quark, um, wie erwähnt, hierin die Hauptströmung der bottnischen See einzumünden.