Dritter Abschnitt.
PHYSIKALISCHES.
I. Die Strömungsverhältnisse der Ostsee und ihre
Wirkungen.
A. Die Strömungsverhältnisse.
a. Strömungen, welche (len Meeresströmungen des offenenOccans analog sind.
Wie im ersten Abschnitte dieser Arbeit gezeigt wurde, beträgtdas Areal der gesammten Ostsee 6963 Quadratmeilen, ein Werth,welcher von demjenigen ihres Gebiets ungefähr um das Vierfacheübertroffen wird. In Folge dieses Umstandes empfängt die Ostsee eine bedeutende Zufuhr süssen Wassers durch die einmündendenFlüsse, von welchem bei der schon beträchtlichen Breitenlage diesesMeeres nur ein geringer Theil zu verdunsten vermag. Das hier-durch gestörte hydrostatische Gleichgewicht wieder herzustellen,ist die Natur unausgesetzt bemüht, und als Ergebniss dieser Be-strebungen sind die perpetuirlichen Strömungen innerhalb der Ost see anzusehen. Dieselben sind also für die Ostsee gewissermassendas, was die Meeresströmungen für die offenen Oceane. Der Ver-lauf dieser Strömungen ist folgender.
a. Der auslaufende oder Ostseestrom.
Bereits in der bottnischen Wiek, in welche nicht weniger als48 ziemlich grosse Flüsse sich ergiessen, macht sich und zwar schonin der Breite der unter 65° 31' 45" NBr. und unter 24 0 io' 24"
*) Für die nachfolgende Darstellung gewährten die Grundlage: Nordenanker,die Strömungen der Ostsee 1792, und Stjerncreutz, Anmärkningar rorande ström*marne i Oestersjön, (Acta societatis scientiarum fennicae. Tom. VI. Helsingforsiae,
1856, S. 379—38' )