Buch 
Baßler-Chronick : Darinn alles, Was sich in obern Teutsche Landen, nicht nur in der Statt und Bistumbe Basel, von ihrem Ursprung her, nach Ordnung der Zeiten, in Kirchen- und Welt händlen, bis in das gegenwirtige MDLXXX Jar, gedenckwirdiges zugetragen; Sonder auch der Eydtgnoschaft, Burgund, Elsaß und Breißgow, als beyligender Landtschafften, mit eingemischte historische Sachen, warhafftig beschrieben : sampt vieler Herschafften und Geschlechtern Wapen und Stammbäumen : neuwlich aus unzalbarlicher menge Scribenten, Briefen, Büchern, Schrifften und Verzeichnussen, mit Fleiß und mühseliger Arbeit, weit her zusamen getragen / durch Christianus Wurstisen
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Das Fünfte Buch.

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Oertern, Basel, Avinion und Saffoy, zu Kräften erkennen, auch ihnen Gewalt geben, über die Nutzungen, so ausdem gegebenen Ablaß und auferlegten Zehcndcn der geistlichen Gütern fallen wurden, Einnehmer zu verordnen,und ihnen dieselbigcn bis zu vollkommener Bezahlung Unterpfandsweis einzusetzen.

Das XXV. Capitel.

Friderich ze Rhein wird zu Basel Bischofs. Das Concilium sendet vier Bischöffe inGriechenland, die Orientische Kirchen zu holen. Pabst Eugenius thut dem Concilio grossenEintrag. Die Vätter werden über die Bestimmung des Orts zum Concilio treffentlichmißhellig. Des Pabsts Legaten wollen ihr Fürnehmen mit falschen Bullen erhalten.

Jschoff Johanscn zu Basel, geboren von Fleckcnstein, berührte der Schlag, am neunten Decembris, läge Bischofs zu'bis den zwanzigsten gcmcldtes Monats, da er um sechs Uhr nachmittag Todes verschiede, ward auf Thomä Basel stirbt.

durch die Conciliums-Herren im Münster bestattet.

Dieser hat das erarmete Bistum Basel wol wiederum aufgebracht, viel versetzter Herrlichkeiten gelediget,als Spiegclbcrg im Freyenberg, Goldenfels, S. Ursitz, Jsteinft, Riehen und Birseck^). Den Pfandschillingzn Wiederlösung des Schlosses Kalenberg, den Grafen zu Billard) verpfändet, hat er auch zusammen gelegt,ward aber erst nach seinem Tod, den ein und zwanzigsten Tag des folgenden Hornungs erlegt, und das Schloßder Stift Gesandten, M. Hcnrich von Benheim, und Berchtolden von Neuenfels, eingeräumet. Dieses Gelderübrigte er, wegen schlechter Hofhaltung, in deren er sich nur dreyer oder vier Dienern benügcn lassen: wiewoler bey anderthalb Jahren, von wegen des Conciliums Decrct, in der 21 Seßion ausgegangen, alles dessen beraubetseyn müssen, was man hievor der gewöhnlichen Annalen halben, für die Bestätigung und Investituren derPfründen, und für das Siegel, durch das gantze Bistum allezeit zu geben gepfleget.

Mittwochen nach Erhardi, im tausend vierhundert sieben und dreißigsten Jahr, griffen die Thumherrenzur Bischofflichen Wahl, darum Friderich ze Rhein Custor, die mehrere Stimm erlangte. Nichts desto wenigerwalten der Thumherren etliche Herrn Bnrkart von Rahtsamhansen zum Bischofs haben. Hievon entstuhnde eine

Mißhcllung, welche doch das Concilium durch die Ertzbischöffevon Lyon und Bordeaux zerlegt. Dann sie den von Raht-samhanscn, gegen Empfahung etlicher Präbenden vermochten,seine Ansprach an das Bistum zu verlassen. Fridericusward von Eugenio konfirmiert, und den eilften Mertzen imThun: geweyhct. Er bestätigte der Stadt Basel alle dieKäufe, so sie von seinen Vorfahren bekommen, am Donnstagvor Johanne dem Täufer.

Von Rahtsamhansen.

Friderich zeRhein Bischofszu Basel.An. 1437.

Griechischer

Vorbott.

Eingehendes Hornungs käme Johannes Dissipatusdes Griechischen Kaysers Mundbott, zum Concilio, legtedemselbigcn einen Credentzbrief für, und crzehlete, wie dieGriechen der Kapitulation statt zu thun bereitet: nicht mehrdann daß auch sie dieselbige ihres Theils erstatteten, undein kommlich Ort zum Concilio ernenneten. Darneben habe

er sehen sollen, Ob die Galcen und Schützen, wie sich zu dieser Sach geziemete, gerüstet.

Als ihm aber die Vätter durch den Präsidenten antworten liessen, Wie das heilig Concilium, der Griechen suchenSachen, an die sie bisher grossen Ernst und Kosten gewendet, so hertzlich geneigt, einen Hauptmann mit den Auszüge.Galecn schon bestellet, und die Ocrter, Basel, Avinion oder Saffoy, erwählet hätten: widerfechtete der GriechischeLegat diese Ernennung gäntzlich, vermeldende, Die Griechen wurden einmal, von wegen viel alter und unmögendcrPrälaten, durch das Sicilischc Meer nicht kommen. Auch wäre die Kapitulation von Saffoy nicht änderst zuverstehen, dann von des Hertzogcn Landen in Italien gelegen. Mcrckete aber nicht, daß die Kapitulation alsoMutete: Ausserhalb Italien, Ofen in Ungarn, Wien in Oesterreich, oder Saffoy rc. Weiter begehrte er, derPabst solte eigener Person beym Concilio erscheinen: so doch das Articulatious-Decret vermochte, der Pabst soltePin cntwcders durch sich, oder seine Legaten, beywohnen. Daraus dann männiglich verstehen konnte, wie er vonder Kapitulation abzuweichen Anlaß suchte.

Demnach aber dieser Griechische Legat keinen sonderlichen Gewalt, sondern nur einen schlechten Credentz-vrief fürzulcgcn hatte, und man Pabst Eugcnii heimliche Anschläge zu Verhinderung des Conciliums darbcy wohlwercken konnte: liessen sich die Vätter solches nicht irren, obwol der Gesandte den 15 Hornungs darwider protestirte,londern nahmen ihre verordneten Gesandten, welche zu Avinion das Geld erheben, und die Griechen über Meer ^?"Pchs"u^anbringen sollen, in Eydspflicht. Dieses waren von viererlei) Stationen vier Bischöffe, nämlich, Johannes Bischofsn-nwr!naenZu Lübeck ein Teutscher, Delphinus zu Parma ein Welscher, Ludwig zn Losannen ein Frantzos, Ludwig zu Viseo ^em Spanier.

Und damit GOtt diesen zu solcher Handlung Glück gäbe, wurden am ersten Sonntage nach Liechtmeß,

^sst^ernach etlichemal von den Vättern grosse Creutzgäng gehalten.

. 1) vüse xag. 164, Note 15. 2) viäo xox. 50, Note 1. 3) viäo xag. 24. 4) Villars snr IMlsnois bei

^ um. '>) Visen m der portugiesischen Provinz Lsirn nordöstlich von cwimbrn.

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