407
Das Siebende Buch.
schwartzem Gewand, eine jede Person nach ihren: Stand und Alter, ehrbarlich bekleiden. Niemand solle aus
en Klöstern zu gehen gezwungen seyn, sondern wer wolle, möchte Wohl darum bleiben, daselbst essen, trincken
ehrbarlich, unargwöhnisch, und der Religion gemäß halten. Welche aber aus den
o>tcru trettcn, und sich verheurathen walten, denen solte es erlaubt seyn, die wolte man aussteuren, oder mit
ziemlichen Lcibgedmgen versehen.
W" r. Solches wolten etliche Ordensleute nicht annehmen, sondern ehe den Flecken räumen: fünf Prediger-onche wolten ihr Kloster zum Abzug geplündert haben, die wurden gesanglich eingezogen, und verschlösse dieKolben die Kelch und köstlichen Ornaten. Andere verschlicssen in Klöstern ihr Leben: aber derVifere ^oil beyderley Stands, verliessen die Klöster, und begaben sich in heiligen Ehstand, welchen Gott auf-g letzt, und niemand vcrbotten. Was sonst für Priester in der Stadt blieben, mußten ihre Kellnerinnen von sich)un, oder ehlichcn, und in Summa, alle geistlichen Mannspersonen den Burgereyd schwören, oder fortziehen.
. /r- Hiczwischen ward eine Reformierte Kirchenordnung angestellet, und an: ersten Tag Aprilis durch Klein"o, m Stadt und Land zu halten erkannt, darinn begriffen, wie die Mißbrauche in Religionssnchen,
nach Anleitung der heiligen Schrift, mit wahrem Gottesdienst ersetzet, der Kirchen Haushaltung angerichtet und>e Laster Christlicher Tapferkeit untrüglich'ft, abgestellet und gestraft werden sotten. Dicselbige ist männig-uchcn: zur Lehr und Bericht in Druck verfertiget.
. ^?ld hernach vergantete man allerley Kirchengericht, als Meßgwand, Chorröck, Leinwat, Teppich, und
dergleichen. Das hieraus erlösete Geld verwendete man an das Allmosen.
. Dergettalt hat der liebe Gott aus lauterer Barmhertzigkeit den heilsamen Tag des Evangelischen Licchts
er Stadt Basel gnädiglich, und ohne Blutvergicssen, erscheinen lassen: dcrselbige gäbe, daß wir es mit danckbarem^ertzen erkennen, die Wahrheit in Ungerechtigkeit nicht Verhalten, sondern rechtschaffenen Gottesdienst und allerleyerechtigkeit mit Christlichen: Eifer handhaben, und unser Leben überall, als rechte Christen, den: Evangeliogemäß anrichten, Amen.
. ^ Tapferkeit, hier gebraucht im Sinne des lateinischen vn-tas --- Tugend, Tüchtigkeit, ä) d. h. unvereinbar mit
chnstlrcher Tugend.
Ende des Siebenden Buchs.