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Die Sintfluthsagen / untersucht von Hermann Usener
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17
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Berosos. Die Genesis

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fehlt heute in der erzählung des Jahvisten: in dem origi-ginale konnte nicht, wie es heute geschieht, das schiff alsvorhanden betrachtet werden; ebenso sind beim aufhörender sinthfluth die ursprünglichen Worte des Jahvisten überdas verlassen der arche gestrichen. Andere bestandtheilesind durch haltung und tendenz der quelle von vornhereinausgeschlossen gewesen; für die Bestätigung des von gott mit den menschen abgeschlossenen blindes durch den regen-bogen hat der Jahvist, für die brandopfer nach der glück-lichen rettung der Elohist keinen raum. Selbst die vogel-sendungen wird der Elohist wohl absichtlich weggelassenhaben, weil sie in seine tagesreclmung sich nicht leicht ein-ordn en Hessen . Kurz, wir dürfen von zwei verschiedenen be-friedigend erhaltenen sintfluthberichten der Genesis reden.Um ihr verhältniss zu einander anschaulich zu machen, setzeich die beiden nach der die quellen scheidenden Übersetzungvon Kautzsch und Socin 1 gesondert her, wobei ich auf diefeineren Unterscheidungen verzichte.

A Jahvist

VI 5 Da nun Jahve befand, dass die übelthaten der menschensich häuften und all ihr sinnen und trachten immerfort nur

0 böse war, da bereute Jahve, die menschen auf der erde ge-

7 schaffen zu haben und war schwer bekümmert. Da dachteJahve: Ich will die menschen, die ich erschaffen habe, weg-tilgen von der erde [sowohl menschen als vierfiissler, als rep-tilien und selbst die vögel unter dem himmel], denn es reut

8 mich sie geschaffen zu haben. Noch jedoch hatte gnade beiJahve gefunden.

Vll l Da gebot Jahve dem Noch: * * * Begib dich samt deinerganzen familie hinein in das schiff; denn dich habe ich recht-schaffen vor mir erfunden in dem gegenwärtigen gesclilecht.

2 Yon allen reinen thieren nimm zu dir je sieben, jedesmal einmännchen mit seinem Weibchen, und von den nicht reinenthieren [nur] je zwei, je ein männchen mit seinem Weibchen.

1 Die Genesis mit äusserer Unterscheidung der quellenschriftenübersetzt von EKautzseh und ASocin. Freib. Br. 1888 s. 10 ff.

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