Von Deukalion
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weiter, dass die erneuerung des menschengeschlechts durchdie vorgängige sintfluth nothwendig geworden war. In demHesiodeischen. Frauenkatalog scheint also die Deukalionischefluth, wenn auch kurz, erzählt gewesen zu sein. Hohes alterkann freilich dem indirect gewonnenen zeugniss nicht bei-gemessen werden: der Frauenkatalog ist schwerlich voretwa 600 abgefasst 1 , und es liegt nahe, seine entstehungmit dem aufschwung des hellenischen gemeingefühls, dersich in der neuordnung der Pythischen spiele (586) aus-spricht, in Zusammenhang zu setzen.
Sicher haben die logographen der grossen fluth inihren geschichtsbüchern eine stelle eingeräumt. Als ersatzfür sie muss uns heute der zusammenfassende bericht desApollodorischen handbuchs dienen 2 .
. 'Zeus wollte das eherne geschlecht vernichten; dazimmerte Deukalion auf den rath seines vaters Prometheus einen kästen, trug lebensmittel hinein und bestieg ihn mitseinem weibe Pyrra . Zeus aber liess grosse regengüssevom himmel strömen, womit er den grössten theil desGrriechenlandes überschwemmte, dergestalt, dass alle men-schen vernichtet wurden bis auf wenige, die sich auf dienächsten hohen berge geflüchtet. Damals geschah es auch,dass die gebirge im osten Thessaliens sich spalteten unddass alles land bis zum Isthmos ein Wasserspiegel war.Doch Deukalion trieb in dem kästen durch das meer hinneun tage und neun nächte lang, bis er am Parnass landete,und dort, als die regengüsse aufgehört, stieg er aus undbrachte dem Zeus, der seine fahrt geleitet (All qmHiiu),ein opfer. Da schickte Zeus den Hermes zu ihm undstellte es ihm anheim, einen wünsch zu äussern; er bat sichaus, menschen zu bekommen. Nach angabe des Zeus hob
1 vgl. AKirchhoff, die Hom. Odyssee (1879) s. 330 (Corapositionder Odyssee s. 66 f.).
2 Apd. I 7, 2 (danach schol. AD zu A 126, auch sch. Plat. Tim.p. 22“) vgl. ni 8, 2, 1. 14, 5, 1.
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