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Die Sintfluthsagen / untersucht von Hermann Usener
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von Deukalion

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söhne die Ursache der fluth; hei Ovidius ist dieser nur alsSymptom der gottlosigkeit der damaligen menschen herein-gezogen. Allein steht Nonnos, wenn er die fluth mit demverbrechen der Titanen an Dionysos in Verbindung setzt.

Der geläufigste bestandtheil der fluthsage ist die ent-stehung der neuen menschen durch die von dem gerettetenpaare rückwärts geworfenen steine h Meist ist es Zeus 1 2 , deraus mitleid mit den vereinsamten diesen rath gibt. Dasansehen des Ovidius hat die Vorstellung verbreitet, dass derSpruch der ältesten Delphischen Orakelgöttin Themis dasveranlasst habe. Weniger von wissen belastete grammati-ker konnten dafür kurzweg einen Orakelspruch des Apollonsetzen.

6 Die griechische fluthsage ist übrigens nicht ein un-veräusserliches eigenthum des Deukalion, sondern auch mitanderen namen in Verbindung gesetzt worden. Aeusserst dürf-tig und abgeblasst ist, was wir von der Ogygischen fluthhören, der ältesten von der Griechen zu erzählen wussten.Spuren des Ogygos zeigen sich, so viel wir sehen, nur inAttika und in Boiotien. Er galt als der vater des eponymenvon Eleusis 3 und als uralter könig wie von Athen so vonTheben; beide städte sind von dichtem 'ogygische' genanntworden, und zu Theben trug ein stadtthor diesen namen; die

1 Pindar 01. 9, 44 f. Vergil buc. 6, 41 georg. 1, 62 f. nsw.

2 Aid<; enrövroq Apd. I 7, 2, 5; zweifellos hatte so schon He-siodos überliefert vgl. fr. 141 Rz.; ferner Hygin f. 153 schob Bern , zuVerg. buc. 6, 41 p. 798 H.; Nigidius fr. 99Iuppiter responsum ei persortem indieauit. Themis nennt Ovid met. 1, 367 ff. und danach Pro-bus zu Verg. georg. 1, 62 p. 34, 3 K. Servius zu buc. 6, 41 Arnobius 5, 5Luctatius in Stat. Theb. 3, 560; Apollon Acro zu Horat. carm. I 2, 9.

3 Pausan. I 38, 7. Nach Iulius Africanus bei Euseb. praep. ev.x 10 p. 489 0 ist es Ogygos ö<; fcKTioevGAeucrtva. Thebe wird weib desOgygos genannt schob Aristid. p. 313, 28 Diud. Noch andere erinne-rungen nennt Luet. z. Stat. Theb. 1, 348 'post etiam nemori (zu Theben)est hoc nomen impositum. etiam tumulus circa Thebas ita uocaturNachweise für die TTpaEi&iKCti s. Götternamen s. 237, 49; eine dunkleandeutung über die töchter des Ogygos gibt Photios lex. p. 658, 6(Paroemiogr. Gott . I 466, 10).