Buch 
Die Sintfluthsagen / untersucht von Hermann Usener
Entstehung
Seite
152
JPEG-Download
 

152

V Fisch

Palaimon, der mit Melikertes wechselt, ist gut griechisch, undnicht minder die sagen, welche von ihm erzählt wurden. Sal.Rein ach 1 hat unlängst die treffende vermuthung ausge-sprochen, dass der semitische Melikertes von den Griechenals eigenname aufgefasst und übernommen worden sei, umeinen griechischen gottesbegriff zu benennen, gerade so wiedie Samothrakischen 'grossen götter von den Phoenikiernkdbirim (die grossen) übersetzt und danach von den GriechenKaßeipoi genannt worden seien. So wenig geleugnet werdendarf, dass auf Melikertes-Palaimon Vorstellungen übertragensind, die dem Tyrischen gotte zustanden, wie zb. die combi-nation mit Herakles , ebenso zweifellos ist der griechischeUrsprung der sage. Ueber die gründe von Inos raserei undüber das, was vor ihrem stürz ins meer dem knäblein Meli-kertes geschehen war, gab es sehr abweichende Überliefe-rungen 2 , die wir hier auf sich beruhen lassen dürfen. Daswesentliche ist, dass nach der Megarischen und Korinthischensage Ino das knäblein im arm über die flur, an welcher diebenennung 'laufbahn der schönen 5 (KaXr|<; bpöpcx;) haftete, inihrer raserei hingeeilt und sich dann von dem Molurischenfelsen herabgestürzt habe 3 . Beide fanden ihren tod in denfluthen. Aber Ino erntete den dank für den ammendienst,den sie einst dem kleinen Dionysos erwiesen, dadurch, dasssie als Leukothea zum ränge einer meergöttin erhoben wurde.Der leiche des Melikertes schob sich ein delphin unter undtrug ihn am Isthmos ans land, wo bis in die kaiserzeit dieheilige pinie, neben der ein altar des Melikertes stand, einWahrzeichen der wunderbaren errettung blieb 4 . Was der be-

1 Revue archeol. 1898 ser. in t. 32, 59 f.

2 Roschers Myth. lex. 2, 2632.

3 Pausan. I 44, 7 f. schol. Apoll . Rh. 3,1240 Tzetzes zu Lykoph.107. 229 schol. Pind. Isthm. p. 514 f. B. Apd. I 9, 2, 1 Zenob. 4, 38.

4 Pausan. ii 1, 3 upoioOcn bi r| tutu<; öxpi ye dpoü treqpuKeiirapü töv alfraXöv Kal MeXiKtpxou ßuupö? rjv. toötov töv töttov

£KKO|iiö0rjvcu töv naiba imö öeXqpivoi; Xeyouat. Plut. sympos. V 3, 1p. 675 e cöpeGfjvai ffinpa toO McXmepTou ttitui -rrpoaßeßpaapevov