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V Fisch
bekränzung der Isthmischeu spiele wird von dem berufenstenmanne, einem oberpriester, der jene spiele leitete, hervor-gehoben 1 , dass die pinie auch dem Dionysos geheiligt sei;bekanntlich wird in der kunst der römischen zeit allgemeinden thyrsosstäben ein pinienzapfen aufgesetzt, weshalb diesegeradezu kuivoi oder Kwvirrei; (Hes.) genannt wurden, undbei Euripides (Bakch. 110) bekränzen sich die Bakchantinnenmit fichtenzweigen. Schon durch die erlebnisse seiner mutterIno ist Melikertes nahe mit Dionysos verbunden. Dionysos ist es, der mutter und kind, als sie ein opfer des meeresgeworden, unter neuen namen zum rang von göttern erhebt 2 .Da ist es wohl nicht unwichtig, dass auf Korinthischen mün-zen 3 der auf dem delphin reitende Palaimon zuweilen einenthyrsosstab in der hand trägt.
4 Ein noch stärkeres schwanken zwischen verschie-denen gottheiten der gemeingriechischen religion verräth derberühmte delphinreiter auf den münzen von Tarent . Dieabzeichen oder attribute, die ihm in die hand gegeben werden,-sind überaus mannigfaltig. Einen leichten überblick über diesemannigfaltigkeit gewähren die abbildungen in dem werke vonCarelli 4 und noch besser und zuverlässiger in der abhandlung
1 Plutarch sympos. V 3, 1 p. 675 f bringt dies als bemerkungdes oberpriesters Lueanius, der bei gelegenheit der Isthmischen spieleein gastmahl gibt.
2 Hyginus fab. 2 'quam Liber Leucotheam uoluit appellari(nos Matrem Matutam dicimus), Melicerten autem deum Palaemonem,quem nos Portunum dicimus’. Vgl. f. 224 schol. Od. e 334.
3 Aus der zeit der Selbständigkeit Mionnet supplem. IV p. 50n. 338 (auch im besitze Imhoof-Blumers), vgl. Imhoof und Gardner ao.s. 11. Aus der zeit des Tiberius besitzt Imhoof-Blumer zwei stücke mitverschiedenen rückseiten: das eine ist abgebildet bei JPLambros TTeXo-Trövvqcroi; (1891) taf. 1" 3, das andere in der Zeitschr. f. numism. XIII131, 9 beschriebene ist auf der münztafel n. 13 nach einem gipsabgussdes besitzers gegeben. Der thyrsosstab trägt hier tänien.
4 Franc. Carellii Numorum Italiae ueteris tabulae. Lips. 1850fol. tab. CIV—CXIX Arthur SEvans, The 'horsmen’of Tarentum . Lon don 1889 (aus Numism. chron. ser. III vol. ix), dazu Beschreibung der