in der sage von ßriindusinm und Methymna
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wände bekleidet, das gesicht dem be.schauer zugewandt pflegtder Sänger auf dem delphin zu sitzen, in der linken die lyra,die rechte ausgestreckt. Die sage von Methymna kanntelange vor Arions zeit einen delphinreiter h Als unter derfiihrung des Gras eine schaar zur besiedelnng von Lesbos kam,' wurde ihnen von dem Orakel befohlen, an einer klippedem Poseidon einen stier, der Amphitrite und den Nereideneine jungfrau ins meer zu stürzen. Das los fiel auf dietochter des Smintheus. Mit gold und prachtgewand ge-schmückt sollte sie unter gebet versenkt werden. Ein edlerjtingling, der sie liebte, namens Enhalos, stürzte sich, viel-leicht in der hoffnung sie zu retten, mit ihr ins meer, indemer sie umschlang. Nach der erzählung des MethymnäersMyrsilos wurde Enhalos von einem delphin auf Lesbos ge-landet. Nach anderer sage kam er später, von einer gewal-tigen woge gehoben, heran, in der hand ein trinkgefäss auslauterstem golde, und erzählte, dass delphine ihn und diejungfrau zum festlande getragen; nach Antikleides, dass siebeide auf den grund des meeres gelangt seien und die jung-frau dort bei den Nereiden weile, er selbst die rosse desPoseidon habe hüten müssen. Nach Methymna lässt Ovidius *auch das liaupt und die lyra des Orpheus, nachdem er durchdie hand der Thrakischen weiber gefallen, herantreiben,während Myrsilos die benachbarte landschaft von Antissanennt. Damit waren die elemente zur Arionlegende gegeben.
So vieles nun auch in den betrachteten bildern undsagen an Poseidon anklingt, und obwohl Enhalos geradezu
münztafel n. 7 (hier sitzt der reiter nicht rittlings, sondern lässtbeide beine nach vorne herabhangen), ferner XXXVII 4 p. 181, 35vgl. p. 183, 44. 45. 48 und münztafel n. 8.
1 Plut. vn sapient. conv. 20 p. 163 b de soll. an. 36 p. 984®(nach Myrsilos von Lesbos fr. 12 FHGr 4, 459) Antikleides fr. 7 (hinterdem Didotschen Arrian p. 148).
2 Ovid met. 11, 55 'et Methymnaeae potjuntur litore Lesbi'(gewählt für Methymnaeo litore Lesbi). Myrsilos fr. 8 FUG 4, 459hei Antigonos parad. 5.
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