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Die Sintfluthsagen / untersucht von Hermann Usener
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V Fisch

als ein doppelgiinger des Poseidon 1 erscheint, so stellen dochzahlreiche anzeichen den Tarentinischen delphinreiter ebensowie den Methymnäischen dem Dionysos nahe. Eine stadtArkadiens und ihr gleichnamiger heros 2 konnte den namenPhalanthos nicht tragen, ebensowenig das binnenländischePhalanthia und Phalanna, wenn Phalanthos einfach meergottwar. Man wird daher die etymologische erklärung des Wortesnicht in anklingenden ausdrücken zu suchen haben, welcheauf erscheinungen des meeres hinweisen 3 , sondern vielmehr in(pdXr)? (für (paWö?) und 4>aXfji; di. Ithyphallos 4 . Phales wirdbei der phallophorie der ländlichen Dionysien in Attika als'genösse des Bakchos angerufen. Aber diese phallophoriegilt dem Dionysos selbst, und unter dem namen <t>aXXf|v 5wurde eben dieser zu Methymna verehrt. Das uralte schnitz-bild dieses gottes aus olivenholz hatten, wie die sage gieng,

1 Am meisten fällt hierbei ins gewicht, (lass er im tempel. desPoseidon einen stein weiht, der bis in spätere zeit Enhalos genanntwurde (Plutarch p. 163 a ). Vgl. auch Studniczka ao. s. 185 und obens. 69. Es macht ganz den eindruck, als ob in der ursprünglichensage Enhalos als meergott selbst die jungfräuliche geliebte sich geholthabe. Aber wie Poseidon (bei Pindar Pyth. 4, 204), so heisst auchZeus frvaXioq nach Proklos zu Plat. Krat. p. 88 Boiss. vgl. Preller-Robert I 155, 1. 566, 4.

2 Vgl. Pausan. vill 35, 9 (Steph. Byz. 655, 14).

3 So Studniczka ao. s. 185 f.

4 Dio Chrys. or. 33, 63 t. I p. 315, 15 Arn. (komikerfr.) f-TT; <paXrptujv öuxivujv txxaiöexa Arist. Lysistr. 771 Theokr. epigr. 4, 3 <pdXr|TiiraiboYÖvtp; 4>a\fic: Arist. Ach. 263 4>aXrE tTaipe BaKxiou, vgl. 271. 276Herodian zu 0 302 scliol. Ar. Ach. 263. Ueber das suffix, das zurbildung von <t>dXav9o<; gedient hat s. oben s. 72; möglicherweise ist<J>dXctv-0oc; von <t>a\ov- (vgl. (baXXVjv) abgeleitet, wie von peXav-M^\av-0o<;.

5 Pausan. x 19, 3 dXieumv tv Mp0üpvq xd bixxua dvdAxucrev£k 0a\(»i(; irpödumov fXaiac; HuXou TiEtroiriptvov ktX. vgl. obens. 105. Das fragwürdige orakel selbst ist uns durch Oinomaos beiEusebios praep. ev. 5, 36 p. 233 d erhalten, vgl. Lobeck Aglaoph.p. 1086 f. Aristophanes hat das wort zu einem heissenden witz gegenAlkibiades verwertliet, den er tri <haXr)viou geboren sein liesss. Meineke fr. com. 2, 1166.