vom aufgang des lichtes
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Apollon hatte Alkaios (fr. 2) noch ein anderes bild von derepiphanie des gottes entworfen. Als Apollon geboren war,rüstete ihn vater Zeus mit goldener mitra und leier aus undschenkte ihm ein schwanengespann, das ihn zu den Hyper-boreern trug. Erst nach ablauf eines grossen jahres kommter dann durch die päane Delphischer jünglinge herbeigerufenauf seinem schwanenwagen zu den Delphiern. Da singen ihmnachtigallen und cikaden entgegen, der Kastalischen quelleentströmen silberne wellen, und der Kephisos hebt sich indie höhe mit schäumenden wogen. Wie Apollon , fährt oderreitet auch Aphrodite auf dem schwan 1 , und noch vor un-seren äugen kommt Lohengrin auf dem schwanenwagen heran-gezogen. Kann es eine andere Vorstellung sein, welche demritte des Phrixos und der Helle auf dem goldenen widderzu gründe liegt? Das ziel der fahrt ist das lichtland desSonnenaufgangs 2 , wo Aietes und Medeia hausen.
Noch ein ganz verschiedenartiges bild haben wir schonfrüher beiläufig (s. 167 f.) in betracht gezogen und als gleich-werthig erkannt: Hermes (denn diesem gott fällt meistensdie rolle zu) das götterknäblein auf den armen tragend.Eine unverkennbare Variante hierzu ist es nun, wenn Hera kles der starke auf seinem rücken den segensgott des früh-lings durchs meer trägt, um ihn dem himmel und der erdewiederzubringen. Zwei vasenbilder mit dieser darstellungwaren längst bekannt, aber man schwankte in der deutung,bis LPreller 3 durch eine attische scherbe mit gleichem bildeveranlasst wurde, die frage wieder aufzunehmen.
A Vase aus Neapel , abgebildet bei Gori Museum Etr. IItab. 159 (Passeri Picturae vasc. n t. 104 Welcker Alte denkmälerIII taf. xix 1 vgl. s. 303 ff. Preller ao. taf. II 2).
Die mitte des bildes stellt den bärtigen Dionysos auf demrücken des durch das löwenfell gekennzeichneten, mächtig aus-
1 Nachweisungen gibt Preller-Kobert Gr. myth. I 382,2.
2 Mimnermos fr. 11, 5 f. vgl. unten s. 193.
3 Berichte über die Verhandlungen der k. Sächsischen gesell-schaft der wissensch. 1855 b. 7, 23—27,