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Die Sintfluthsagen / untersucht von Hermann Usener
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VI Vielfältigkeit mythischer bilder

schreitenden Herakles dar. Dionysos mit nacktem Oberleib um-klammert mit der rechten die linke Schulter des Herakles undhält in der linken ein mächtiges rhyton, das früher als füllhorngefasst wurde. Vor ihnen schreitet, das mit petasos bedecktehaupt nach der gruppe zurückwendend Hermes, die chiamys aufdem rücken, in der erhobenen rechten den heroldstab. Dies mittel-stück ist eingerahmt links durch eine auf felsen sitzende, beklei-dete frauengestalt, welche die rechte hand auf einen stab stütztund den bekränzten köpf der mittelgruppe zuwendet, rechtsdurch einen entgegentanzenden nackten, in der linken ein ziegen-feil tragenden Satyr. Fische (im ganzen 5) am felsen, der diefrau trägt, und zwischen den beinen sowohl des Herakles undHermes als des. Satyr angebracht, sollen andeuten, dass diehandlung im meere vor sich geht.

B Bodenzeichnung einer kylix des Cabinet des medailleszu Paris , abgeb. Millin Vases II pl. 10 Galerie mytholog. II t. CXXI468 (Welcker Alte denkm. III t. xix 2 Preller ao. t. II 3).

Herakles, nackt bis auf das über den rücken herabhangendelöwenfell, trägt mit einer gewissen anstrengung den Dionysos,der mit beiden armen auf den schultern des Herakles liegt undin der rechten ein grosses rhyton trägt. Dionysos ist vollbekleidet,nur die rechte brust nebst arm ist frei von gewand. Beide göttertragen vollbart und gleichartigen kranz, wie es scheint, aus jeeinem olivenzweig (nach Millin lorbeer) gebildet. Das meer istnicht angedeutet.

C Scherbe einer attischen trinkschale, seiner zeit im besitzePrellers, abgebildet ao. taf. i.

'Herakles mit seinem löwenfeil bekleidet, das ihm nach derweise der jüngeren kunst locker und malerisch um die gliederhängt. Er scheint vorsichtig aufzutreten, da er mit dem rechtenbeine auf den zehen auftritt und das linke (soweit man nachdiesem bruchstücke urtheilen kann) weitausschreitend emporhebt.Auch Dionysos , am haupte mit epheu bekränzt, in der rechteneinen stab [wagerecht] haltend, den ich eher für ein scepter alsfür den thyrsos halten möchte, hockt auf seinem rücken, als habeer sich eben vom boden emporgeschwungen. Der rechte schenke!ist eingeschlagen, södass Herakles ihn dabei fassen kann, währendDionysos sich an seinem halse festklammert; das linke bein istnoch nach dem boden ausgestreckt, als ob es sich der berührungdesselben so eben entzogen habe. 5 So Preller s. 23 f. Der meeres-grund ist nicht angedeutet.

Während Welcker in dem gotte, den Herakles auf demrücken trägt, Pluton mit dem füllhorn sah, erwies Preller