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Die Sintfluthsagen / untersucht von Hermann Usener
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VI Mehrdeutigkeit mythischer bilder

55 exulat: aeterni patet indulgentia ueris.

in campum se fundit apex: hunc aurea saepesCircuit et fuluo defendit prata metallo.

Mulciber, ut perhibent, his oscula coniugis emitmoenibus et tales uxorius obtulit arces.

60 intus rura micant, manibus quae subdita nullisperpetuum florent, Zephyro contenta colono,umbrosumque nemus, quo non admittitur dies,ni probet ante suos diua sub iudice cantus usw.

Durch das goldene gehege wird dieser götterraum zu einemgarten gemacht. Diese Vorstellung ist weit verbreitet. Schondie Genesis erzählt von dem garten, den der herr in Edengepflanzt 'gegen den morgen (2, 8) und lässt ihn darin sichergehen 'da der tag kühle geworden war (3, 8). Sophokles sprach von den gärten des Zeus (fr. 297) und 'des Phoibosaltem garten (fr. 870). Nach dem vorgange des Ibykos (fr. 30)zeigt uns Apollonios Rhodios (3, 114f. vgl. 158) Eros undGanymedes ins knöchelspiel vertieft auf dem 'alle früchtetragenden anger (d\tuf|) des Zeus x . Dass, was von landund leben der Hyperboreer und Aithiopen gefabelt wurde,mit dem bilde vom götterlande zug itm zug übereinstimmt 1 2 ,kann nicht wunder nehmen. Denn sowohl Hyperboreer alsAithiopen sind nichts anderes als bewohner des gött.erlandes.Aber man hat diese Vorstellungen nicht umhin gekonnt aufdie irdischen orte, namentlich höhere berge, wo man sichgötter thronend dachte, zu übertragen. Auf dem gipfel desLykaion in Arkadien war ein heiliger raum des Zeus, dennur der priester betreten durfte (dßaxov): wer in den raumtrat, mensch oder thier, zu jeder zeit des jahres, warf kei-nen schatten 3 . Das licht geht von dem gipfel des lichtberges

1 vgl. ADleterich, Nekyia s. 20 f.

2 lieber die Hyperboreer s. ERolido Griech. roman s. 210 ff.

3 Theopompos fr. 272 bei Polybios 16, 12 Plut. quaest. gr. 39p. 300 Pausan. VIII 38, 6; zur Vorstellung vgl. Ioli. Lydus de mens.1, 12 p. 5, 4 f. W. (nach S). Eine gleiche logik liegt der Kretischensage zu gründe, dass es auf dieser heiligen insei des Zeus einen bachgab von der eigenschaft, dass, wer durch ihn gieng, auch wenn esregnete, von oben uubeuetzt blieb, solange er in demselben blieb