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Die Sintfluthsagen / untersucht von Hermann Usener
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das ursprüngliche bild der fluth

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dass 'der Kephisos sich hoch lieht und seine wogen auf-schäumen 1 : auch das Wasser, wird dazu bemerkt, soll diepersönliche nähe des gottes empfinden. Auch Dionysos muss,um nach Dodona zu gelangen, über einen winterlich ange-schwollenen see auf dem esel reiten (s. 125). Wie diesenachricht unmittelbar an die fluthsage gemahnt, so werdenwir auch in jenen fällen einen nachklang der alten einfache-ren fluthvorstellung finden dürfen. Eine bestätigung gibtein mythischer zug in der Überlieferung von der taufe desheilandes durch Johannes den täufer. Die Jordantaufe be-deutet nichts anderes als die herabkunft gottes auf erden,daher das tauf fest den alten heidnischen namen Epiphanieerhielt. Der mensch Jesus wird nach der ältesten auffassungerst durch diese herabkunft des göttlichen geistes zum gott-menschen Christus. So hat sich denn mit dieser Vorstellungunwillkürlich auch das uralte bild der epiphanie verbunden,dass das wasser, in dem dies vor sich gieng, sich aufbäumtund aufschäumt. In einem hymnus des Epiphanientages fasstEphrem der Syrer 2 die hauptmomente der Jordan taufe indie worte zusammen: 'Die himmel thun sich auf, diewasser schäumen, die taube erscheint, die stimme desvaters stärker wie donner wiederholt: dies ist mein geliebter(solm). In einem anderen sagt er:Es sahen dich die wasserund wurden erschüttert, es schäumt vor erregung der fluss .Diesen zug konnte nicht die dichterische einbildungskraftdes Syrers dem feststehenden bilde der Jordantaufe zufügen.

1 Alk. fr. 2 bei Himerios r. 14, 11 Kai Krpptaöi; pefai; ai 'peTötTiopqpupuiv toI; KÖpacrt, tövEvnr^a toö 'OpüP ou D 244 f.) pipoupevoc;'ßtdZfTai ptv TäpAXkoToi; öpoiux;Opfipw iroihffai Kai übutp 0ewv

ak>0t<J0ai buvapevov.

2 hymn. in epipb. 1, 20 (bei Lamy 1, 12) vgl. ebend. 14, 31p. 124 L. Für die mythische Vorstellung, die sich unwillkürlich ein-gedrängt hatte, fand man dann einen anhalt in psalm 113, 5 Ti (Toteaxiv, QäXaaaa, öti ecpuyc?; Kai aol,lopbdvri, öti töTpacprp; eiqötriaui; vgl. zb. [Hippol.] epiphaniepredigt b. i 2 p. 258, 1216 Aehelis,Gildemeister zu Antonini Plac. itin. p. 41f,