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Die Sintfluthsagen / untersucht von Hermann Usener
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VII Ergebnisse

diese mythische Vorstellung wunderbar hervorbricht; trotzseiner stammelnden spräche verdient es der Vergessenheitentzogen zu werden:

Maria ist sich geritten heraus,sie ritt vor einer frau wirthin haus.

Sie hielt sich wohl um die herberg an,sie thaten ihr all sie versan.

Sie versagten ihr teuer, sie versagten ihr holz:ach gott, wie feindlich die leute und stolz.

Sie weisten Maria in einen stall führwahr,da sich weder thüre noch dach auf war.

Maria sie war sich der herberg so froh,sie legte das liebe kindlein ins stroh.

Des nachts wohl um die halbe nachtMaria an ihr kindlein dacht.

Maria gieng auf die thüre stahn,

sie sah gross wasser kommen gähn.

Wohl in dem wasser da war sich ein fisch,der war sich bereit auf Jesu tisch.

Der fisch der ist sich 'Concelebrant,er wird sich in allen got.tes messen genannt.

Wird er nicht in allen gottes messen genannt,so entstehen sich erdbeben wohl in dem land.

So bebet die erde, so reissen die stein.

Maria ist sich eine jungfrau rein.

Selbst in dem an das evangeliiun sich anlehnendentheil ist die erzälilung sagenhaft beeinflusst; dass die vonwehen befallene jungfrau nirgends einlass findet, erinnert ua.an das irren der Leto. Das wichtigste ist die auch hierhervortretende fluthvorstellung. Sie ist insofern nicht ver-mittelt, als die fluth nach der gebürt des Christuskindes ein-tritt und der von der fluth getragene fisch gegen die alteVorstellung und den ursprünglichen sinn dieser fluth vonChristus getrennt wird. Es ist schwer zu sagen, auf welchemwege dieser bestandtheil der sage zu dem Eifler volk gelangt