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oligarchische Tendenz. Versammlungen Mißvergnügter tha-ten sich an verschiedenen Orten zusammen und bildeten dannin Giubiasco, unweit Bellinzona , einen „Kantonalcongreß"aus Abgeordneten vieler Gemeinden, welche letztere alle aufden 29. zusammenberufen wurden. Inzwischen nahm derCongreß gegen den Kleinen Rath eine schimpfliche Unter-suchung vor und zwang ihn, drei von dem erster» ernannteMänner als Mitglieder aufzunehmen. Endlich legte derKleine Rath, der sich dem eindringenden Sturme nicht zuwidersetzen vermochte, seine Gewalt in die Hände der am28. in Bellinzona zur Bildung eines neuen Großen Ratheszusammengetretenen Versammlung nieder und eine »provi-sorische Regentschaft" übernahm die Leitung der Geschäfte.Schon in einigen Tagen war eine volksthümlichere Verfassungzu Stande gebracht. Allein die von den neuen Behördennach Zürich gesandten Abgeordneten erhielten, da die Tag-satzung gerade vertagt war, von dem Direktorium die Wei-sung, binnen 24 Stunden Stadt und Kanton zu verlassen.Ohne Mittheilungen abzuwarten, sandte dasselbe den Oberst-lieutenant Ludwig von Sonnenberg als Civilkommissär nachTessin . Seine bloße Erscheinung und sein kräftiges Auftre-ten wirkten. Auf seinen Befehl begab sich die provisorischeRegentschaft der Regierungsgewalt, worauf der Kleine Rathsie wieder übernahm (12. September). Allein trotz ihresVersprechens, den Entscheid der Tagsatzung ruhig abzu-warten, verursachten die Mitglieder der aufgelösten Regie-rung neue aufrührerische Bewegungen. Sonnenberg, dernur eine Compagnie bündnerischer Scharfschützen zur Ver-fügung hatte, ließ in der Nacht vom 11. auf den 12. Sept.drei Mitglieder der Regentschaft, Airoldi, vormals Offizierin der königlich italienischen Garde, Stoppani von Luganound den Advokaten Rusconi von Bellinzona , in einemWirthshause, wo sie heimlich zusammengekommen waren,