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Dritter Band.
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gelagert sind und linsenförmige Massen bilden, enthalten Farn, Coniferen und eine Massevon Laubblättern; dabei kommen auch Süsswassennuscheln (Unionen) vor, welche zeigen,dass diese Schiefer sich im süssen Wasser abgesetzt haben. Dr. Feistmantel hat an 16Stellen fossile Pflanzen gefunden und bis jetzt 49 Arten bestimmt. Davon sind nach seinerMittheilung mit Moletein gemeinschaftlich: Gleichenia Kurriana Hr., Cunninghamites elegansEndl., Pinus Quenstedti Hr., Sequoia Reichenbachi Gein. sp., S. fastigiata Sternb. sp., Cred-neria macrophylla Hr., Magnolia speciosa Hr., M. amplifolia Hr. und Aralia formosa Hr.;mit Niederschöna in Sachsen theilen diese Perutzerschichten: Iialyserites Reichi Sternb.,Pecopteris lobifolia Corda, P. linearis Sternbg., P. striata St,bg., Gleichenia comptoniaefolia.Ett. sp., Sequoia fastigiata Stbg. sp. (Frenelites Reichii Ett.) und Cunninghamites oxycedrusSternbg., mit Nordgrönland haben sie gemein: Gleichenia Zippei, Gl. Giesekiana, Gl. rigidaHr., Gl. comptoniaefolia, Pecopteris linearis, P. striata, Sequoia Reichenbachi, S. fastigiata,und Pinus Quenstedti, wozu also noch aus dem Sandstein die Protopteris punctata kommt.

Von diesen sind in Nordgrönland drei Arten (Gleichenia comptoniaefolia., Gl. Giesekiana.und Gl. rigida) bis jetzt nur in der untern Kreide beobachtet worden, vier aber (Pecopterislinearis, P. striata, Sequoia, fastigiata und Pinus Quenstedti) nur in der obern Kreide, wäh-rend zwei (Gleichenia Zippei und Sequoia Reichenbachi) in der obern und unteren Kreidesich finden. Von den vier Arten, welche in den braunen Sandsteinknollen von Ujarasusukgefunden wurden, ist eine Art (Gleichenia Nauckhoflii) dieser Lokalität eigenthümlich, zweikommen in der obern und untern Kreide vor (Gleichenia Zippei und Sequoia rigida), währendeine Art (Sequoia ambigua) bis jetzt erst in der untern Kreide gefunden wurde. Diese hatmich früher veranlasst, diese Pflanzen der untern Kreide zuzuzählen. Da es sich nun aberherausstellt, dass die Protopteris punctata in Boelunen im Cenoman au (tritt und ferner innicht grosser Entfernung von Ujarasusuk, nemlich in Kudlisät ein grauschwarzer Sandsteinnahe am Meeresufer ansteht, welcher der obern Kreide angehört, wird es wahrcheinlieh,dass der Sandstein, welcher in Ujarasusuk die braunen Knollen einschliesst, ebenfalls zur Zeitder oberj Kreide gebildet wurde *). Ueber die Lagerungsverhältnisse derselben haben wirneuerdings von Herrn K. J. V. Steenstrup genauere Auskunft erhalten. Derselbe war kurzeZeit nach Hrn. Nauckhoff in Ujarasusuk konnte aber trotz eifrigen Sucliens kein einzigesStück der Protopteris au (linden und ebensowenig konnte er in den Lagerungsverhältnissenetwas von den übrigen Ablagerungen auf Disco Abweichendes wahrnehmen. Er versprachden Grönländern für jedes Stück der Protopteris, das sie liefern würden, 3 Mark. Als erim folgenden Jahr wiederkam, erklärten sie, dass sie kein einziges Stück auffinden konnten.Ebenso wenig war es ihm und Hrn. Rhode möglich bei mehrmaliger Durchsuchung desFlussufers eine Spur dieser characterist.ischen Versteinerung zu erhalten, dagegen war es ihmleicht das von Dr. Nauckhoff beschriebene Profil**) zu finden. Er beschreibt dasselbe infolgender Weise***).

*) Wir haben daher die Gleichenia Nauckhoffii aus der untern in die obere Kreide zu versetzen, und dieserauch die Protopteris punctata zuzuzählen. Die Sequoia ambigua muss beiden Abthoilungcu zugeschrieben werden.

**) cf. Meine Beiträge zur Steinkohlen-Flora p. 1 1.

***) Oni de Kulförende Dannelser paa Öen Disco, Hareöen og Syd-Siden af Nngssuaks Halvöen i Nord-GrönlandYidensk. Medd. fra den naturhist. Korening i Kjobenhavn, 1874. II, 37.