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dasselbe Sandsteinlager eingebettet sind. Herr Steenstrup spricht von Dieotyledonen, welchein den Sandsteinknollen von Ujarasnsnk sich finden. In allen schwarzbraunen Knollen dieserStelle, die mir zur Untersuchung Vorlagen, habe ich aber keine solchen gesehen, wohl aberin dem viel heller gefärbten, weissgrauen Sandstein. Diess sind aber miocene Pflanzen unddiese müssen einem andern, hohem Lager angehören als die schwarzbraunen Knollen.Auch in Ivudlisät enthalten die im Bachbett liegenden Sandstein blocke miocene Pflanzen,während der anstehende dunkel farbige Sandstein Dieotyledonen der obern Kreide.
Aus diesen Untersuchungen geht hervor, dass die Steinkohlenformation in Grönland fehlt, oder wenigstens noch nirgends nachgewiesen ist, dass zu beiden Seiten des Waigatt aufDisco, wie auf der Halbinsel Noursoak, Ablagerungen der Kreide die ältesten sedimentärenBildungen sind. Sie gehören wahrscheinlich sämmtlich der obern Kreide (dem Cenoman)an, während die schwarzen Schieler und Sandsteine auf der Nordseite von Noursoak deruntern Kreide (dem Urgon). Höher oben folgen die miocenen Ablagerungen, welche vonmächtigen Basaltfelsen bedeckt und durchzogen sind.
Von allen Fundorten sah ich nur Pflanzen des Festlandes; Steenstrup aber hat in derGegend von Atane, zwischen Patiit und Niiek Kiterdlek auch marine Tliiere entdeckt. Ersagt in der oben erwähnten Abhandlung, (S. 9 und 10), dass er an verschiedenen Stellenin Sand- und Schieferschichten, von der Wasserfläche bis zu einer Höhe von 2000 Fussii. M. Echinodermen und marine Mollusken gefunden habe. Prof. Schlutter sah unter denletztem zwei Arten Inoceramus, von denen die eine dem I. lingua (aus der untern Abthei-lung des Senon) sehr nahe stehe und vielleicht damit identisch sei; der zweiten grossemArt sei eine solche der Gösau nahe verwandt. Demnach lassen sich diese Gesteine miteiniger Wahrscheinlichkeit der obern Kreideformat ion, mit Ausschluss der allerjüngsten Schichten,zuweisen. Leider erfahren wir aber von ITrn. Steenstrup nicht in welcher Beziehung diesemarinen Schichten zu den pflanzenführenden in Atane stellen. Das dort sehr zerklüfteteGebirge scheint der Untersuchung grosse Schwierigkeiten in den Weg zu legen und Steen-strup konnte die von Nordenskiöld geschilderten Lagerungsverhältnisse (vgl. KreidefloraS.* 15.) nicht auffmden. Wir sehen daher, dass die Umgebungen des Waigatt, trotz dersorgfältigen Untersuchungen der letzten Jahre, noch manches Räthsel zu lösen aufgeben. Essind namentlich die zwischen der Kreide und dem Miocen liegenden Ablagerungen, welcl^inoch wichtige Aufschlüsse versprechen und uns wie wir hoffen, die eocene Flora des hohenNordens zur Kenntniss bringen werden.
In dem vorliegenden Bande sind vier Pflanzenarten des Untercarbon (der Ursastuffe)Spitzbergens beschrieben, 74 Arten der untern und 65 Arten der obern Kreide Grönlands ,16 Arten der Kreide Spitzbergens und 34 miocene Arten aus Grönland .