I. Steinkohlen-Fflaiizen aus der Klaas Billen-Bai in Spitzbergen
(78° 80' n. Br.).
Wir verdanken die Entdeckung von Steinkohlenpflanzen in Spitzbergen den HerrnA. Nathorst und Wilander, welche im Sommer 1870 die Klaas Billen-Bai, im Hintergrunddes Eisfiordes, besuchten. Ueber die Lagerungverhältnisse dieser Pflanzen hat mir HrNathorst folgendes mitgetheilt: »Die rothe Bai Lager (Röde Bay), worin die Kohlen-pflanzen gefunden wurden, sind älter als der Bergkalk, da sie aufgerichtet wurden, eheder Bergkalk gebildet worden ist. Sie sind die unmittelbare Fortsetzung der HeklaHook Lager, dieser rotli und grün gefärbten Schiefer, welche Fischschuppen enthalten undfür devonisch gehalten werden. Die Kohlenpflanzen wurden auf der Ostseite der KlaasBillen-Bai, am Fuss des Gyps Hügels, gegenüber der Skans Bai, gefunden. Am Seeuferist ein Conglomerat von einigen Quarz- und Sandsteinen, darauf folgt ein feiner Sand-stein und Schiefer mit den Pflanzen; dann wieder rother Sandstein und Conglomerat, mitFragmenten von rothen und grünen Schiefern, die in sie eingeschlossen sind. DiessConglomerat liegt unmittelbar unter dem Bergkalk, der fast horizontal gelagert ist. Wirfanden Kohlenpflanzen auch unmittelbar nördlich von dem grossen Gletscher, welcherMimers Bai gegenüber liegt. Ls war eine Stigmaria, da sie aber in einem sehr grossenFelsstück lag, konnten wir sie nicht mitnehmen. Wir sahen hier einige kleinen Calamiten.»
Aus dieser Darstellung des Herrn Nathorst geht hervor, dass das pflanzen-führende Lager der Klaas Billen-Bai, wie dasjenige der Bären Insel unter dem Bergkalk'liegt; während aber das der Bären Insel dem Bergkalk concordant ist, ist das der KlaasBillen-Bai demselben discordant. Die Pflanzen stimmen aber mit denen der Bären Inselso ganz überein, dass sie derselben Periode zuzutheilen sind. Wir müssen daher dieserothen Schiefer der Klaas Billen-Bai ebenfalls der Ursastuffe des Untercarbon einreihenund annehmen, dass in Spitzbergen , wenigstens in der Klaas Billen-Bai, nach Ablagerungder Ursastufte und bevor der Bergkalk sich absetzte, eine Aufrichtung der gebildetenSchichten statt fand, während auf der Bären Insel diess nicht der Fall" war. Die Ursa-stuffe liegt an der Grenze gegen das Devon, wir rechnen sie aber in die grosse Ab-theilung des Carbon, da ihre Flora zunächst an die der Steinkohlenperiode sich an-schliesst, was auch durch diese I flanzen der Klaas Billen-Bai bestätigt wird. Die geo-logische Stellung der Hekla Hook Lager ist noch zweifelhaft, da die in denselbengefundenen Fischschuppen noch keiner genauen Untersuchung unterworfen wurden undanderweitige Versteinerungen aus denselben nicht bekannt sind.