Band 
Dritter Band.
Seite
6
JPEG-Download
 

6 OSWALD HEER , BEITRÄGE ZUR STEINKOHLEN-FLORA DER ARCTISCHEN ZONE.

wohl mit dem von Sciiimper von Burbacii (terr. de transition des Vosges Taf. III.) dar-gestellten Stück überein und eben so mit den von ihm auf Taf. LXIX. der Paleont.veget. abgebildeten Exemplaren.

Da in der Klaas Billen-Bai diese Stigmaria mit dem Lepidodendron Veltheimianumzusammen vorkommt und beide dort die häutigsten Pflanzenreste sind, liegt die Vermu-thung nahe, dass sie die Wurzelstücke des Lepidodendron darstelle. Es kann dafürdieselbe Art des Vorkommens auf der Bären Insel und im Untercarbon der Vogesen angeführt werden. Bekanntlich hat Ricii. Brown schon vor langer Zeit auf das Zu-sammenvorkommen von Stigmaria und Lepidodendron aufmerksam gemacht (cf. QuarterlyJournal 1847 p. 46) und Geinitz im Untercarbon Sachsens die Stigmaria bei dem Lepi-dodendron rimosuin gefunden. Anderseits hat Schimper (Paleontolog. veget. II. p. 118)nachgewiesen, dass die Knorria ein Stigmariaartiges Rhizom hat, und Andere geben diessfür die Sigillarien an. Da weder im Untercarbon der Vogesen , noch auf der Bären Insel,noch auch in der Klaas Billen-Bai eine Sigillaria sich findet, sondern an allen diesenStellen nur das Lepidodendron vorkommt, kann die Stigmaria dieser Lokalitäten, überhauptdie Stigmaria des Untercarbon, in keinem Fall mit Sigillaria combinirt werden. Ander-seits aber findet sich die Stigmaria in Formen die bis jetzt noch nicht von denen desUntercarbon unterschieden werden können, im eigentlichen Carbon von England, Deutsch­ land , Böhmen u. s. w. so häufig an Stellen, denen das Lepidodendron Veltheimianumfehlt, dass hier jedenfalls diese Art ausgeschlossen wird. Es muss nun die Aufgabesein diese Stigmarienformen aufs Neue genau zu studieren und wo möglich ihren Zu-sammenhang mit den an den gleichen Fundstellen vorkommenden Pflanzen zu ermitteln.Dass die von uns hier beschreibene Form Spitzbergens zu Lepidodendron Veltheimianumgehöre, darf als sehr wahrscheinlich angenommen werden.

4. Cyclostigina Nathorsti m. Taf. I. Fig. 5.

C. cortice rimoso, pulvinis foliomm äelapsorum rleplanatis.

Klaas Billen-Bai; innerste Bucht.

* Das stark zusammengedrückte Stengelstück hat eine Breite von 16 Millim. Esist von zahlreichen, stellenweise parallel laufenden, dann aber mit einander in spitzenWinkeln verbundenen Längstreifen durchzogen. Dazwischen liegen an einigen Stellenganz platt gedrückte runde Wärzchen, die aber sehr undeutlich sind und in ihrer Stellungkeine bestimmte Ordnung erkennen lassen. Diese Wärzchen erinnern an CyclostiginuKiltorkense, allein die Rinde ist von viel tiefem und regelmässigem Streifen durchzogenund die Wärzchen sind flacher.

5. Rhizocarpecnfriiclit? Taf. I. Fig. 6. a. vergrössert 7.

Fig. 6. stellt ein eigentümliches Gebilde dar, welches vielleicht zu den Rliizo-carpeen gehört. Wir hätten dann das fein gestreifte Blättchen als die Sporenfrucht-haut zu betrachten. Es würde einen Sack bilden, welcher die Sporenfrüchte umschliesst.Die Häufchen dieser Sporenfrüchte wären an einer mittlern Achse befestigt und in zweiZeilen geordnet. Diese mittlere Partie würde dann dem Gallertfaden von Marsihea ent-