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Hestia-Vesta : ein Cyclus religionsgeschichtlicher Forschungen / von August Preuner
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BILDSÄULEN DER GÖTTIN.

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Gerhard 1 nachgewiesen zu haben glaubt, ist mehr als zwei-felhaft. Sie kann darum jedesfalls in keiner Weise zurnäheren Bestimmung oder Berichtigung unserer Vorstellungenvon der Göttin benützt werden.

Die Hestia in Gestalt einer hochbrüstigen Frau, welchePorphyrios 2 von der jungfräulichen Hestia , deren Bild eqp eoxias(lies eoxiaig ) nvqos aufgestellt worden sei, unterscheidet, isttheils die Folge der Umbildung des Begriffs der Hestia durchdie Philosophie, die, wie wir sahen, zuerst das Centralfeuer,später die Erde darin erblickte, theils wohl römischen Ur-sprungs (S. VI).

Wenn aber so auch feststeht, dass es einzelne Statuender Göttin gegeben hat, als Regel wird doch die Bildlosig-keit der Hestia , die in ihrem Symbol, den ewig brennendenFeuern verehrt wurde, anzunehmen sein. Schon die ver-hältnissmässig doch sehr seltene Erwähnung von Statuender Göttin spricht dafür. 8

Die Reliefe und Vasenbilder beweisen nichts dagegen.Ein anderes sind eigene Rundbilder der Göttin, ein anderesReliefs und Zeichnungen auf grösseren Compositionen.

Wie häufig so auch in diesem Fall lässt sich für dierömische Theologie auf einen scharfen Begriff bringen, wasfür Griechenland nur andeutungsweise und in unbestimmtenUmrissen gesagt werden, durfte. Es ist gewiss, dass im

*

1 Text zu den ant. Bildw. S. 319.

2 Porphyr, bei Euseb. praep. evang. III, 11, p. 109 : xa'i ta f&v rjyeuo-

vixov r/;; yHoi'ia; SwausutgKatta xJxltytai , rz ayaXua naq&tvixov tip tatiait;7i vm'z IS^vjutvov. Ka9" o $ yoxiyto; /; yam ;, otyjuatvovaiv auirv yvvaixositSsi nqofiaatov (lies nnouaatov). Heinichen übersetzt ,mammas demissashabentis 1 . Die richtige Übersetzung ist aber offenbar mammosus. An dieseAngabe des Porphyr, reiht sich die Glosse des Suidas (I, 1,1103, 17 ff.

ed. Bernh.) : /ayaXua ywalxa nXatTovat trjV *Kartav oiovti tr t v yryv tvfi-Tiavov ßaatä^ovaav , bifiSty rov; artuovz tj yrj vtp f avtqv avyxXsttt (cf. Codi-

nus de origg. Constantinop. p. 15 nach Gaisford z. St.).

3 Darauf hat schon Welcker bei Böckh u. Dissen, Explicatio Pindar.(opp. t. II, p. 477) zu Nem. XI, 4 aufmerksam gemacht.