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Hestia-Vesta : ein Cyclus religionsgeschichtlicher Forschungen / von August Preuner
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VESTA MATER.

Hauses. 1 Sein Sitz ist bekanntlich, wie der unsrer Göttin,im Herde. 2

Wenn also auch Vesta für die Fortpflanzung der Familiesorgte, was war dann natürlicher, als das, dass die Göttindes Herdfeuers die engste Verbindung mit dem im Herdewaltenden Hauslar eingieng?

Doch haben wir uns schon davon überzeugen müssen,dass bei der Vesta des Privatcults auch diese Seite nichtweiter verfolgt wurde. Fast durchweg ist es auch hier, wennwir von einer Vesta mater vernehmen, die Vesta populiRomani, die uns entgegentritt, also diejenige Vesta, die dengesammten Populus Romanus in ihren mütterlichen Schutzgenommen hat.

Allein wenn der Lar des Staats und die Vesta desStaats im Herdfeuer des Staates walten, werden wir nichtmehr überrascht sein, wenn die italische Religion an sie dieEntstehung des Staates knüpft.

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1 Lottner in der Z. f. vergl. Sprachw. VII. 1853. S. 185 (s. Graff,althochdeutscher Sprachschatz II. 1836. 4. S. 243 und vgl. auch E. M.Arndt, vom nordischen Hausbau und Hausgeist. Jena 1857) stellt dasWort mit altn. laeri Wohnung, ahd. l&ri in Gozl&ri u. s. w. zusammen.Schümann, de diis manibus, larihus et geniis p. 13 (opusc. t. I p. 362)und ebenso Preller, r. Myth. S. 486 übersetzen »Herrn«.

S. bes. den Prolog zur Aulularia des Plautus . Vgl. PrellerS. 488 ff.