VESTA MATER.
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der Zweckmässigkeit«, wie sie Hegel in mancher Beziehungrichtig bezeichnete, 1 sich nicht gescheut, ja sie ist viel-mehr ganz besonders darauf ausgegangen, die Götter nachder Seite auszubilden und zu verehren, nach der sie unmittel-bar den Interessen der Menschen dienstbar sind, und so istauch Vesta eine Hüterin und Beschützerin der Culina unddes Penus und eine Göttin der Bäcker geworden.
Wenn man geneigt ist, Vesta , Laren, Penaten geradezuzu identificieren, weil sie so häufig verbunden werden, soist das nicht völlig richtig. Penaten , 2 Laren und Vesta sindnicht aus einem identischen Gedanken hervorgegangen. Die Pe-naten sorgen ursprünglich für die Ernährung , 8 die Laren für dieForterhaltung der Familie, Vesta ist und bleibt vorzugsweise dieReligion innerhalb des Hauses und, sofern dieser Focus geradediesem Hause angehört, das Symbol der religiösen Weihe des-selben. Nur ist diese Trennung nicht streng durchzuführen,sondern diese eng verbundenen Gottheiten gehen, wie diesesüberhaupt in der Natur der röm. Religion liegt, stets wieder ineinander über, und entlehnen und vertauschen gegenseitigihre Attribute.
Ebenso unbedingt sind die Laren von den Manen zuunterscheiden. 4 Sie sind nicht die Geister Gestorbener.Die Verehrung der Laren hat nichts mit Todtencult zu thun. 5
Der Lar familiaris ist der fortzeugende Schutzgeist des
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1 Hegel, Religionsphilosophie II (sämmtl. Werke Bd. XII) S. 128 ff.
2 S. die Etymologie ders. oben S. 339 A. 2.
3 Es sind weder die Laren eine Species der Penaten, was Hertz-berg, A. B. de diis Rom. patriis Halae 1840. p. 74 annimmt, noch diePenaten eine Art Laren, wie Klausen, Aeneas u. d. Pen. S. 647 ff. sichvorstellt.
4 Hertzberg a. a. 0. p. 14 bringt auch sie zusammen, indem er denLaren- aus dem Manencult entstehen lässt. Ganz falsch nennt Preller(r. M. S. 459; 481; 486) den Lar ‘den verklärten Geist’.
6 Es scheint diess aus Cic. de legg. II, 22, 25 zu folgen. Alleindem Lar wird dort erst nach Vollbringung der Trauerfeierlichkeitengeopfert,