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Hestia-Vesta : ein Cyclus religionsgeschichtlicher Forschungen / von August Preuner
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ANDERE RÖMISCHE GRÜNDUNGSSAGEN.

Durch Telegonos wirft auch hier die Odysseussage einenSchatten, aber nur einen verschwindenden Schatten herein.Dagegen erregt die Nennung des Latinus anstatt des Aeneas von vornherein den Gedanken, ob denn nicht auch hinterdiesem Aeneas selbst vielleicht eine- latinische Gestalt ver-borgen sei.

Andere römische Gründungssagen.

Aber andre Sagen führen uns noch weiter hinter dieZeit des Aeneas in noch graueres Alterthum zurück. 1

Unter der Herrschaft des Faunus geschah es, dassEuander nach Italien kam, von ihm den Palatin zumWohnsitz angewiesen erhielt und dafür Gesittung, Sprache,Religion lehrte und verbreitete. 2

Nach den gangbarsten Berichten .wird nun freilich nurdie palatinische Ansiedlung, nicht die Rom genannte Stadtan Euander geknüpft. Doch auch dafür fehlt es nicht analter Bezeugung. 8

Aber wir werden durch noch einen Mythos für die ältestenAnsiedlungen auf dem Boden Roms noch weiter zurück indie älteste Urzeit des menschlichen Geschlechts geführt.

In uralter Zeit herrschte Janus über Italien,und wohnte

*

1 Ich sehe ab von Notizen, wie die, dass Pelasger Rom bauten(Plut. Rom. 1), oder dass es gar eine Gründung der Sikuler war (Antioch.bei Dionys. I, 73; Varro 1. L. V, 101; vgl. Schwegler, r. G. I S. 400A. 3; 4).

s S. d. Stellen bei Schwegler, r. G. I. S. 351 f.

8 DerHistoriae Cumanae compositor bei Festus p. 266. 269 Romamvgl. Solin . 1; Serv. Aen. I, 273 lässt über Valentia Cacus (s. u. S. 400)herrschen und nachher, als Euander und Aeneas kommen, diese der Stadtden Namen Rom geben. Ausserdem erfahren wir von Serv. a. a. 0.:Atteius asserit, Romam ante adventum Euandri diu Valentiam vocitatam.Alii a filia Euandri ita dictam; alii a fatidica, quae praedixisset Euan-dro, his eum locis oportere considere. Vgl. Serv. Aen. VIII, 678: Aliidicunt ab Euandro (conditam urbem R. esse). S. o. S. 374 A. 2.